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Seltsame Geschichten / erzählt von Heinrich Koenig
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lichen Bewegung mehr herausgehoben. Ich meine das Verhältniß der beſondern Menſchenſeele zur religiöſen

Atmosphäre, worin ſie das Ewige athmet. Ich ſelber

habe(und bei dieſen Worten fiel aus den niederge⸗

ſchlagenen Augenwimpern ein leichtes Roth über ihre

Wangen) in jüngſter Zeit an mir erfahren, daß ein

verlaſſ'nes Menſchenkind bei jeder Wendung ſeiner

Lebenslage dem Ewigrettenden in der Welt eine neu⸗

bedürftige Seite zukehrt; ſo, möchte ich ſagen, wie

jede von der Pflugſchar umgeſtürzte Ackerſcholle mit

ihrer dunkeln, näßlichen Krume Licht und Lebensluft

begierig einſaugt, bis die feuchte Wange trocknet und

nach himmliſchem Regen dürſtet. Denke man ſich ein

1 im Weltleben von wechſelnden Genüſſen, von unbe⸗

Vergängliche ausgetrocknetes Herz, in welchem durch 9

V herrſchten Begierden, von tiefſter Hingebung an das 1 f 1

Unglück oder Erſchöpfung plötzlich das Bedürfniß des

Religiöſen erwacht: er wird gewiß ganz andere, darf

ich ſagen handgreifliche Befriedigung verlangen,

als eine Seele die ſo glücklich geführt wurde, daß ſie

in ſittlichem Thun und Laſſen nie ganz aus dem Ver⸗

kehr mit Dem fallen konnte, was uns Göttliches um

gibt. Jenes Herz war vielleicht ſelbſt in ſeinem ſinn⸗

lichen Leben ſchon nicht ſelbſtändig, und hing an einer

führenden Liebe, die ihm verführend ward, oder es war

das Herz einer Mutter, die unter eitelem, weltſüchtigen