296 Zwanzigſtes Kapitel. .
ſehen. Die Halsbinde war ſtrickähnlich aus einem bunten Cat⸗ tuntuche zuſammengedrah⸗ und auf dem ungekämmten Haar ſaß eine verwelkte Mütze. Die Sprache des Individuums, tief und heiſer, paßte zu dem Anzug, eben ſo ſeine Manieren und Reden, welche letztere nicht ohne Humor waren, und wenn man alles das zuſammen nahm, ſo war man feſt überzeugt, daß man es mit einem ausgemacht ſchlechten Kerl zu thun hatte.
Der Steinmann that jetzt einen großen Zug aus ſeinem Weinglaſe und ſagte:„Ihr wißt ganz gut, daß ich mich durch⸗ aus in keine Geſchichten einlaſſen kann, die nur einigermaßen öffentlich betrieben werden, in Geſchäfte, bei denen man zulangen muß, wo es gilt, ſich ſelbſt und ſeinen guten Namen auf's Spiel zu ſetzen; ich bin das mir ſelbſt und meiner Stellung ſchuldig, alſo kein Wort mehr davon!“
Der Andere lächelte, und während er in den entfernteſten Winkel des Zimmers zu ſchauen ſchien, ſind wir bei der Con⸗ ſtruktion ſeiner Augen überzeugt, daß er dem Steinmann feſt in's Geſicht blickte.„Ihr habt es eigentlich ſehr angenehm, Ge⸗ vatter,“ ſagte er alsdann:„Ihr tragt Eure Haut niemals zu Markt, geht bei irgend einem Geſchäft in den angränzenden Straßen ſpazieren und ſeid eben ſo bereitwillig, das Gewonnene mit uns zu theilen, als uns feſtzunehmen, ſobald einmal die Geſchichte fehlſchlüge.“
„Dummheiten!“ brummte der Steinmann.„Soll Euch vielleicht einer von der Polizei die Leiter halten, oder arbeite ich nicht außerordentlich für Euch, indem ich mich Abends vor den Häuſern ſehen laſſe und die Leute alsdann glauben, ſie könnten ruhig ſchlafen?— Laßt das dumme Geſchwätz ſein und ſagt mir lieber, ob Ihr was erdacht habt, wie wir jenen Hallunken faſſen können, den Hofkutſcher, den miſerablen Lump, der mich einen räudigen, abgeſchlagenen alten Hund genannt; ja einen Auf⸗


