294 Zwanzigſtes Kapitel.
dieſen Erſtgeborenen eines Tages antraf, wi dieſe erſte Hoſe freventlich zerriſſen hatte.
An das Alles denkt er in ſeinem Lehnſtuhl am Fenſter, an Freunde, die mit ihm geſpielt und gelitten, und noch an tauſen⸗ derlei andere traurige und heitere dinge.————
Der finſtere Durchgang unter dem Stadtgraben hatte immer noch daſſelbe öde, kalte und unfreundliche Anſehen, wie in der Mitte des Winters, wo noch überall das Eis auf den Straßen lag und der Schnee ſeine luftigen Flocken hineinwirbelte. Der kleine Hof vor dem Kloſter ſah ſchon etwas freundlicher aus, die grünen Blätter des Epheu's wankten, vom Winde bewegt, auf und ab, und hoch über den vier ſchwarzen Mauern, die dieſen Hof bildeten, ſah man ein freundliches Stück des blauen Him⸗ melsgewölbes.
Das Innere des Kloſters war eben ſo unfreundlich, wie immer. In der Schenkwirthſchaft des erſten Stockes brannte im Kamin noch ein mächtiges Feuer und durch die trüben Bogen⸗ fenſter konnte man nicht recht unterſcheiden, ob der Himmel grau oder blau ausſehe. Die dicke ſchmutzige Wirthin ſpülte einige Gläſer, das heißt, ſie goß ſchmutziges Waſſer hinein und trock⸗ nete ſté mit einem ſchmutzigen Tuche wieder ab.
Auf der Ofenbank ſaßen zwei Perſonen, die ſich angelegent⸗ lichſt unterhielten; ſie hatten dem Zimmer den Rücken zugekehrt und ſchlenkerten während der⸗Converſation mit den Füßen hin und her.
Die Weinkneipe hatte zu dieſer Jahreszeit, namentlich am Tuge, faſt gar keine Gäſte; denn auch der getreue Stammgaſt, der täglich ſeine ſechs Stunden feſtſaß, dem der Wein im Glaſe über Alles gieng, liebte es doch, wenn ein heller Sonnenſtrahl ihm denſelben vergoldete. Die Beiden aber, die hier am Ofen


