hafte Bewunderung, die ſie ſchmeichelt, ohne ſie zu berauſchen oder zu verfuͤhren, und ein ſinnreiches Wohlwollen das ihren Geiſt erfreut, ohne ihn allzu⸗ ſehr aufzuregen. Die Liebe, inſofern ſie ſich ihren Au⸗ gen als aufrichtig und rein darſtellt, erſcheint ihr blos als ein erhoͤhtes Gefuͤhl, das ſie zwar nicht geſonnen iſt zu erwiedern, dem ſie indeſſen ihre Theilnahme nicht verſagt; weit entfernt die Empfindungen, die ſie einfloͤßt, gewaltſam zuruͤckzuſtoßen, ſobald ſie ſich zart und wahr ausſprechen, hat ſie ſie jedoch nie durch grundloſe Hoffnung beguͤnſtigt; aber der verfuͤhreriſche Zauber ihres anmuthigen Weſens veranlaßt oͤfters ge⸗ faͤhrliche Taͤuſchungen, die ſie vielleicht, ohne daß ſie
es ahnet, ſogar, wenn auch nur leichthin beruͤhrenz
kurz, ihr fuͤr jede heftige Leidenſchaft verſchloſſenes Herz hat ſich bis jetzt nur der Freundſchaft geoͤffnet, de⸗ ren Heldin und Opfer ſie gegenwaͤrtig iſt. Es iſt ih⸗ nen bekannt, daß Frau von Stael aus Frankreich verwieſen worden iſt; Sie werden ebenfalls wiſſen, daß Athenais ſich nicht hat abhalten laſſen ihr Schickſal zu theilen, und daß ſie, um zu ihrer Freundin zu ge⸗ langen, den Drohungen und dem Unwillen der furcht⸗ baren Macht desjenigen getrotzt hat, vor dem ganz Europa zittert.
„Ich kann nicht umhin Ihnen zu erklaͤren,


