15z er. rigen, und ſah in ihr nur das liebende Weib, welches ich zu jedem Opfer würde bewegen können.“
„Alle Tage ging ich zu Gonzale. Hatte ich Thereſa unterrichtet, ſo gingen wir in den Garten. Ganze Stunden verweilte ich in dem Parterre, wo alle Blumen Bianca's ei⸗ gene Hand erzogen hatte. Unter andern fand ich auch einen artigen Strauch, mit der In⸗ ſchrift: Dieſen Roſenſtrauch widmet ſich Placidia. Wie üppig dieſer Roſen⸗ ſtrauch unter der zärtlichen Pflege meiner Hände und dem glühenden Hauche meiner un⸗ ermüdeten Küſſe wuchs! Welch ſüßen Rauſch ich mit dem Dufte diefer Roſen ſog! Thereſa hatte nicht unterlaſſen ihrer Wohlthäterinn zu melden, daß der junge Thalbewohner Theo⸗ phil ihren Unterricht in der Muſik und im Zeichnen erſetzte. Donna Bianca erſtaunt, daß der Zufall die Entdeckung dieſer ſo tief verborgenen Einſiedeley veranlaßt hatte,
wußte übrigens gleich den jungen Thalbe⸗
wohner zu errathen, und dachte, daß ein ähnliches Spiel der Zärtlichkeit, ſo wie ihren


