338 Aubry. Aubuiſſon. d'Aubuſſon de la Feuillade.
nach den vereinten Staaten, und von da nach Endland ging, wo er von den Herzogen von Portland und von Wickham, welchen er vorge⸗ ſtellt ward, einen ſehr wohlwollenden Empfang und die Verſiche⸗ rung erhielt, daß ihn die engliſche Regierung ſchützen werde. Als Bonaparte erſter Konſul geworden, wurde allen Deportirten, die ſich noch am Ort ihrer Verbannung befanden, oder die demſelben entrinnen gekonnt, die Rückkehr nach Frankreich erlaubt. Aubry war allein von dieſer großmüthigen Maasregel ausgenommen.*) Der erſte Konſul hatte vielleicht die perſönliche Kränkung, welche ihm iener zugefügt, nicht vergeſſen. Aubry ſtarb in England, bit⸗ terlich beklagend, daß er ferner von ſeinem Vaterlande abſcheiden müſſe.
Aubuiſſon(De Voiſins von), Mitglied der Akademie und Ober⸗Ingenieur im königl. Mineur⸗Corps, hat ein Werk über die Vulkane geſchrieben. 4
d Aubuſſon de la Feuillade(Peter Jakob Alexan⸗ der, MNarquis)) iſt ein Abkömmling jenes Herzogs von la Feuil⸗ lade, den Ludwig XIV. mit Gunſt überhäufte, der ein Götzendie⸗ ner ſeines Herrn war, geſchickt, ihm auf die prächtigſte Weiſe zu ſchmeicheln, und der 20,000,000 vergeudete, um den Siegesplatz zu erbauen, und die Statue des Eroberers, unter angeketteten Skla⸗ ven, zu errichten, mit der Inſchrift: Viro immortali,**) welche Saint Simon wahrhaft heidniſch nennt. Der gegen⸗ wärtige Marquis de la Feuillade, geb. im März 1763, überreichte dem Könige die deshalb geprägte Medaille, welches alle 5 Jahre durch den Aelteſten des Hauſes geſchah. Er war vor der Revolu⸗ tion Obriſt. Ludwig XVIII. ernannte ihn bei ſeiner Wiederkunft zum Ludwigsritter. 1815 war er Präſident des Wahlkollegiums von Aubuſſon.
*) Doch war auch Pichegrü in dieſer Kategorie, der ſich aber ſeit ſei⸗ ner Wiederbefreiung als offenbarer Gegner der franz. Regierung zeigte. G
**) Zeder, der edle Thaten verrichtet, macht ſich im Herzen ſeiner Mit⸗ bürger unſterblich. Alſo wäre jene Inſchrift, wenn ſie dem ächten Ver⸗ dienſte gilt, nicht zu verwerfen. Das genannte Kunſtwerk aber iſt im Geiſte mancher orientaliſchen Despotie oder des übermüthig gewordenen Roms gedacht. Das heißt denn wohl heidniſch,(wenn man ſich doch dieſes vom Neomyſtizismus gemißbrauchten Wortes bedienen will,) näm⸗ lich der Idee des Göttlichen und böherer Menſchlichkeit entgegen, zu der uns der reinſte aller Lehrer, Chriſtus, erhebt. Aber auch Homer⸗ Sokrates und Plato waren ſchon Geweihte dieſer IJderer. G.


