Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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332 Aubier. Aubrée. Aubry Dubonchet. Aubry.

Antwort erhielt, ſtand er im Begriff, nähere Mittel zu wählen; aber Malesherbes, nachdem er den König ſelbſt davon benachrich⸗ tigt, widerrieth ihm ein gefährliches Vorhaben, das kein günſtiges Reſultat haben konnte. Als Friedrich Wilhelm(von Preußen) dieſe Schritte und edelmüthigen Gefühle Aubier's erfuhr, ſchrieb er an denſelben in den ſchmeichelhafteſten Ausdrücken, und ernann⸗ te ihn zum Commandeur des ſchwarzen Adlerordens und zum Kam⸗ merherrn. Nach dem 18. Brumaire kehrte Aubier nach Frankreich zurück, und lebte dort einſam bis zum Frühlinge 1814. Jezt über⸗ nahm er wieder ſeinen ehemaligen Hofdienſt. Seine drei Söhne dienten in der Condéiſchen Armee. Einer derſelben iſt Maior un⸗ ter den preußiſchen Truppen: die zwei andern kamen mit dem Vater wieder nach Frankreich. 3

Aubrée(R.), Brigade⸗General zur Zeit der Republik, diente in Holland unter dem unglücklichen Marſchall(damaligen General) Brune, und zeigte im Gefecht bei Berghen 1799 viele Tapferkeit. Er ward auf dem Schlachtfelde zum Brigade⸗General ernannt. Bei Kaſtrikum that ſich Aubrée von neuem hervor, und wurde ei⸗ nige Zeit darauf getödtet. 3

Aubry Dubouchet, Kommifür zur Terriers, und 1789 Deputirter des dritten Standes, hat ſich immer mit dem Finanz⸗ Fache beſchäftigt. Den 7. Sept. 1790 ſchlug er vor, 500,000,000 Aſſignaten zur Zahlung der Staatsſchuld in Umlauf zu ſetzen. Auch machte er den Antrag zur Errichtung der Tilgungskaſſe. Man kennt von ihm mehrere Werke über Staatsökonomie, unter andern: Das allgemeine Lagerbuch(Cadastre) Frankreichs, das auf Befehl der National⸗Verſammlung gedruckt ward. 3

Aubry(Johann Baptiſt), geb. zu Daviller, bei Epinal (D. d. Vogeſen) 1736, geſt. zu Commercys(D. d. Maas) 1809. Er ward bei den Jeſuiten erzogen, wählte aber, aus Hang zur Einſamkeit, den Benediktiner⸗Orden. Wie faſt alle, die zu den vornehmen geiſtlichen Orden Frankreichs gehörten, war er unter⸗ richtet und fleißig. Man hat von ihm mehrere Werke, welche eine durchdachte Lektüre und viel Urtheil anzeigen, und den Beifall mehrerer Gelehrten und berühmten Literatoren erhielten. D'Alem⸗ bert ſagte von Aubry's Ami phi losophe et politique etc. 1776,daß es das Werk eines tugendhaften und ſtaatsbürgerlichen Philoſophen wäre. Er ſchrieb noch Mehreres, worunter: Que- stions philosophiques sur la réligion naturelle; FAnti⸗Condillac, ou Harangue aux Idéologues