Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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324 Aſſeline. Aſſemani. Aſtorg.¼

wir ſie in Zukunft haben müſſen. Nach Erlangung des Bis⸗ thums ſchien aber der Abbé Aſſeline die Grundſätze, zu denen er ſich im J. 1778 bekannt, zu vergeſſen; denn er billigte die neue Eidesformel der engliſchen und irländiſchen Katholiken; er weigerte ſich nicht allein, der bürgerlichen Verfaſſung des Klerus zu gehor⸗ chen, ſondern forderte auch die Prieſter ſeiner Dibceſe zum Wider⸗ ſtand auf. Er that noch mehr; denn er ſchrieb gegen dieſe Verfaſ⸗

ſung eine Paſtoral⸗Inſtruction über die geiſtliche Gewalt der Kirche. Die konſtituirende Nat. Verſammlung hielt dieſe Schrift für aufrühriſch, und ließ ihren Autor verfolgen, der ſich nach England flüchtete. Auch von dort hörte er nicht auf, in ſeiner ehemaligen Diöceſe Verwirrungen anzurichten. Hartnäk⸗ kig weigerte er ſich, dem Konkordat von 1801 Folge zu leiſten. Nach dem Tode des Abbé Edgeworth wurde er Beichtvater Lud⸗ wigs XVIII., und begleitete dieſen Prinzen an verſchiedene Orte ſeines Exils, bis ihn, nach einer langen Krankheit, der Tod ſeinen geiſtlichen Geſchäften entriz. Er hat im Auslande verſchiedenes in ſeinem Fach geſchrieben, unter andern: Betrachtungen über das Geheimniß des Kreuzes te.

Aſſemani(Der Abbé Simon), ein gelehrter Maronit*). Er war Lehrer der orientaliſchen Sprachen im Seminarium zu Pa⸗ dua. Man verdankt ihm Erklärungen über die arabi⸗ ſchen Denkmäler in Sicilien, und die Beſchreibung einer arabiſchen Himmelskugel aus dem Muſeum Bor⸗ gia, wovon das franz. Inſtitut ehrenvolle Meldung that.

Aſtorg(Jakob Peter Hippolyte, Graf von), Ritter der Ehrenlegion, des St. Ludwigs⸗ und Cincinnatus⸗Or⸗ dens. Dieſer Graf, der 1761 zu Poligny in der Franche⸗Comteé, aus einer alten ſpaniſchen Familie, die lange in Guyenne gewohnt hatte, geboren iſt, trat ſehr jung in den Seedienſt, und wurde mit 25 Jahren Schiffslieutenant. Im November 178s ſtellte ihn der Bailli von Suffren, unter dem er fünf Feldzüge in Indien mitgemacht, dem Könige vor. Während der Revolution lebte er zurückgezogen auf ſeinen Gütern, theils in Bretagne, theils in Franche⸗ Comté. Erſt nach dem 18. Brumaire erſchien er wieder,

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*) Maroniten ſind eine Sekte orientaliſcher Chriſten, deren Oberhaupt auf dem Berge Libanon ſeinen Sitz hat. Ihr Glaubensbekenntniß hat viele Vehnlichkeit mit der griechiſchen Religion. In ihren Sitten beob⸗ achten ſie die Frugalitaͤt und Gaſtfreiheit der alten Araber. Zur Bildung ibrer Geiſtlichen beſindet ſich in Rom ein Kollegium. G.