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der Arkadier in Rom. Man will behaupten, daß er weder ſehr gelehrt, noch ſehr fleißig geweſen, und faſt alle ſeine Werke aus den koſtharen Archiven der Abtei von St. Germain zuſammengetra⸗ gen habe; welches man freilich nicht bewahrheiten kann, da im Anfang der Revolution ein Brand jene berühmte Bibliothek zer⸗ ſtörte. Dom Anſart ſtarb 1790, im 67ten Jahre ſeines Alters.
dAnſe de Villoiſon(ohann Baptiſt Kaspar)) ein berühmter Helleniſt, Mitglied der Ehrenlegion, des franz. Inſti⸗ tuts, der Akademien zu Berlin, Madrid, Göttingen ꝛc. Aus Spa⸗ nien abſtammend wurde er den 5. März 1750 zu Corbeil⸗ſur⸗Seine geboren. Seine Voreltern hatten ſich in franzöſiſchen Kriegsdien⸗ ſten ausgezeichnet. Sein Großoheim fiel in der Schlacht bei Hoch⸗ ſtädt, wo er eine Compagnie Dragoner anführte. In der Schlacht bei Fleurus wurde ſein Großvater gefangen, der damals Capitän⸗ Lieutenant der Obriſten⸗Compagnie*) war, die zuvor unter dem Marquis de! Hospital ſtand. Auch ſein Vater war nach einander Page, Mousquetaire und St. Ludwigsritter. Der junge Villoiſon bewies einen vorzüglichen Fleiß in dem Collegium zu Liſteux und in dem von Pleſſis zu Paris, wo ſein leidenſchaftlicher Hang zu den alten Sprachen ſich offenbarte. Darauf beſuchte er das Col⸗ legium des Grassins unter dem berühmten Profeſſor Lebeau, und zeichnete ſich durch ſeine Fortſchritte in der griechiſchen Sprache aus, indem er jeden von der Univerſität ausgeſetzten Preis erhielt. Im Alter von 15 Jahren war er mit den ſchwierigſten Werken der Griechen vertraut, und ſeine Profeſſoren hatten ihn nichts mehr zu lehren. Er wohnte nun mit neuem Eifer den Vorleſungen des berühmten Capperonnier im franz. Collegium bei, welche ſeine Studien vollendeten. Er hatte nicht allein die alten Autoren ge⸗ leſen; mit eben ſo ſeltener als wunderbarer Vereinigung des Ge⸗ dächtniſſes und der Urtheilskraft ſagte er ſie mit lebhafter Stimme auswendig her, und gab zugleich ihre Erklärung. Er beſchäftigte ſich damals mit einer großen Arbeit, die unter den Kräften eines jungen Menſchen zu ſeyn ſchien und den Ruf eines vollendeten Ge⸗ lehrten genugſam begründet haben würde, nämlich mit dem home⸗ riſchen Lexicon des Apollonius, das er 1773 griechiſch und lateiniſch, mit einem ſehr gelehrten Commentar herausgab.
*) Das Regiment iſt nicht angegeben. Jedes hatte ehemals eine Compagniecolonelle, welche aus ſehr großen Leuten be⸗ ſtehen mußte, die man daher aus allen Nationen anwarb, ſie aber
auch, der Deſertion wegen, unter ſehr ſtrenger Aufſicht hielt. G⸗


