Anniſſon du Perron. Ankarſtroem. 233
Anniſſon du Perron(Hippolote), älteſter Sohn des vorigen, war beim Tode ſeines Vaters ohngefähr 19 Jahre alt. Er vollzog mehrere Sendungen in Italien unter der kaiſerlichen
Regierung, die ihn 1809 zum Auditor im Staatsrath, und hernach
zum Generalinſpektor der kaiſerl. Druckerei, ernannte. Nach der Wiedereinſetzung des Hauſes Bourbon auf den Thron ward er auf die Liſte der Requetenmeiſter geſetzt, und 1815 zum Direktot der königlichen Druckerei ernannt. Während der 100 Tage ſetzte man dieſe Druckerei in den vorigen Stand; aber nach der zweiten Reſtauration trat Anniſſon du Perron wieder in den Genuß ſeiner Prärogative, und wurde zugleich Mitglied der Siegel⸗Kommiſſion
und außerordentlicher Requetenmeiſter. Die königliche Ordon⸗
nanz erregte vieles Mißvergnügen unter den Buchdruckern zu Paris. Sie behaupteten, daß ſie Hrn. Aniſſon die Mittel gäbe, zu ihrem Schaden ein Monopol zu üben, deſſen Koſten von der Regierung getragen würden. Doch blieb ſie in ihrer Kraft.
Ankarſtroem(Johann Jakob), ſchwediſcher Offtzier,⸗ wurde 1759 geboren. Sein Vater war ein Neugeadelter. Auch er zeigte ſich mehr den Inſtitutionen des Adels, als dieſem ſelbſt, er⸗ geben. Der ariſtokratiſche Fanatismus bewog ihn nicht mehr, als der demagogiſche, jenen ſchrecklichen Streich zu küßren, durch wel⸗ chen er eine ſo traurige Celebrität erhielt. Zur Laufbahn der Waffen beſtimmt, ward der junge Ankarſtroem bald unter die kö⸗ nigliche Garde als Fähndrich aufgenommen, der den Rang eines Unterlieutenants hat. Mit 24 Jahr ten verließ er den Dienſt, und zwar 1783, nicht 1789, wie andere Biographen ſagen. Er hatte keine Beförderung erhalten; aber in ſeinem Abſchied bewilligte man ihm den Hauptmanns⸗Titel, welches bei dem Garde⸗Re⸗ giment und andern privilegirten Corps ſtatt hat, in denen, ſo wie in Frankreich, jeder Grad einem höheren bei der Armee gleich ſteht. Ankarſtroem zog ſich auf ſein Landgut zurück. Einige Zeit nachher ward er, auf die Anklage eines Unterbeamten der Polizei, in un⸗ ſchicklichen Ausdrücken von König Guſtao III. vor einer Bauern⸗ verſammlung geſprochen zu haben, verhaftet, in die Feſtung Wis⸗ by, auf der Inſel Gothland, geſetzt, und darauf, mehrere Jahre lang, von Feſte zu Feſte gebracht. Endlich entließ man ihn wie⸗ der, weil man keine juridiſche Beweiſe gegen ihn finden konnte; daher der noch fortdauernde Glaube, der König habe ihm Gnade verliehen. Er ging auf das Land zurück, und erſchien erſt wieder 1789 zu Stockholm. Auf dem Reichstage deſelben Jahrs bewirkte Guſtav, der ſchon die ſchwe diſthe Regierung im J. 1772 verändert/


