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226 Androt. Angelucci. Angiolini. Angiviller.
alten, Künſtlers beſchloß. Um ſein Gedächtniß zu ehren, gab man im October deſſelben Jahrs in de Kirche San Lorenzo in Lu⸗ cina zu Rom ein de profundis, welches er ſelbſt noch am Sterben componirt hatte. So wurde das ſchöne Requiem von dem berühmten Mozart für Mozart ſelbſt gegeben, der kurze Zeit nach ſeiner Vollendung ſtarb. Beide ließen ihren Schwanengeſang hören. 1
Angelucci, Arzt in Rom, zeichnete ſich unter den dortigen Anhängern der franz. Reyolution aus. Die päbſtliche Regierung, deren Intereſſe jenen philoſophiſchen Grundſätzen entgegen ſtand, ſäumte nicht, ihn zu verfolgen. Er ward verhaftet und in die Engelsoburg geſetzt. Auf die Verwendung der Kardinäle Antonelli und Albani wieder frei gelaſſen, verband er ſich von neuem mit den Liberalen; aber ſein verdächtiges Betragen bewirkte zum zwei⸗ tenmal ſeine Arreſtation. Doch entließ man ihn wieder auf das Begehren des Generals Bonaparte, dem zu danken er in der Folge nach Paris kam. Als die franz. Armee Italien beſetzte, wurde An⸗ gelucci zum Konſul ernannt. Aber eine Anklage machte ihn dem franz. Kommandanten verdächtig, und er verlor wieder ſeine Stelle. Nachdem die Franzoſen den Kirchenſtaat geräumt hatten, fürchtete er eine noch gefährlichere Verfolgung, und ging nach Paris. Seit⸗ dem hat er ſich nach Mailand begeben.
Angiolini war Miniſter des Großherzogs von Toscana zu Rom, als ſich daſelbſt im J. 1797 der Aufſtand gegen die Franzo⸗ ſen erhob. Sein muthiges Benehmen erwarb ihm das Wohlwollen der Direktorial⸗Regierung. Er beſchützte die nach der Räumung zu Rom gebliebenen Franzoſen, und gab ihnen Päſſe nach Frank⸗ reich. Der General Bonaparte, der die italieniſche Armee kom⸗ mandirte, machte über Angiolini's Betragen dem Direktorium einen ſehr günſtigen Bericht. Er ward darum von demſelben als nach⸗ maliger Geſandter des Großherzogs von Toskana auf die ehrenvollſte Weiſe empfangen. Auch bezeigte ihm ſein Souverän alle Zufrie⸗ denheit mit ſeiner Sendung nach Paris.
Angiviller(Labillarderie, Graf von), war nachein⸗ ander Kammerjunker bei Ludwig XVI. als Dauphin,*) Staats⸗ rath, Meſtre⸗de⸗Camp der Kavallerie, Direktor des königl. Gar⸗
*) Im Original Menin, von dem ſpaniſchen Wort Menino kommend. So hießen die Junker, welche mit den Prinzen erzo⸗ gen wurden. Es iſt gleichbedeutend mit dem Worte Mignon, Günſtling.—


