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ein Magazin für Muſtk, eins der ſchönſten, das Europa beſitzt. Nicht ſo göoßer Symphoniſt, als andere ſeiner Landsleute, aber naiver und lieblicher, hat André das Verdienſt einer reizenden Originalität.
André(Johann A nton), dritter Sohn des vorigen, wur⸗ de zu Berlin, um 1776, geboren. Gleich ſeinem Vater zeigte er frühe ſchon Neigung für die muſikaliſche Compoſition. Im Alter von 13 Jahren ſetzte er eine Sonate. Seit dieſer Zeit gab er meh⸗ rere Werke, die Beifall erhielten. 1709 folgte er ſeinem Vater in der Direction des ſchönen Magazins für Muſik zu Offenbach, in welchem gegenwärtig mehr als 3000 von dieſer Familie beſorgte Werke gedruckt ſind. Im J. 1802 führte er zuerſt den Gebrauch des Steindrucks für die Muſik ein. Hierdurch wird der Anbau und das Studium einer derjenigen Künſte, die am meiſten auf das Herz des Menſchen wirken, fehr erleichtert. 8
André(Chriſtian Karl), ein deutſcher Literator, ward am 20. März 1763 zu Hildburghauſen, in Franken, geboren. Nach⸗ dem er Sekretär des Fürſten von Waldeck geweſen, übernahm er mit dem berühmten Salzmann die Direction der belobten Erzie⸗ hungsanſtalt zu Schnepfenthal, bei Deſſau, in Oberſachſen. Zwei Jahre nachher ſtand er zu Gotha der Penſionsanſtalt für junge Frauenzimmer, und 1798 zu Brünn, in Mähren, dem proteſtan⸗ tiſchen Gymnaſium, vor. NRebſt manchen Erziehungsſchriften hat man von ihm eine Charakteriſtik Friedrichs des Einzigen, ein Ma⸗
gazin für die Geſchichte der Jeſuiten, eine neue Ausgabe von Rafs Geographie ꝛc. ꝛc.
André(Noel), bekannter unter dem Namen Chryſolo⸗ gue von Gy, geb. 1728. in der Franche⸗Comté, ließ ſich an⸗ fänglich in den Orden der Kapuziner aufnehmen, war aber bald des müſſigen Kloſterlebens müde, von dem er nur die Mäßigkeit bewahrte, und widmete ſich dem Studium der Geographie und der Aſtronomie. Mit dem berühmten Lemounier in Paris unternahm er verſchiedene aſtronomiſche Arbeiten, unter andern die Verferti⸗
gung mehrerer Kugelkarten. 1781 ſtellte er geographiſche Beobach⸗ tungen in den Vogeſen an, und entwarf eine neue Karte für die⸗ ſes Land. Die Regierung bewilligte ihm 1806 eine Penſion von
000 Franken, genug für einen Kapuziner, aber zu wenig für einen Aſtronomen. Er zog ſich in ſein Geburtsort Gy zurück, wo er 1808 ſtarb. Man hat von ihm: 1) Mehrere Kugelkarten: 2) eine Karte der Franche⸗Eomte; 3) Theorie der Erd⸗


