200 Amici. Amiet. Amiot.
zweier Fernroͤhre, die man noch nicht ſo groß in Italien geſehen. Er legte 1811 den Aſtronomen des Mailänder Obſervatoriums eins derſelben vor, welches 17 Schuhe focus auf 14 Zoll Oeffnung hatte. Dieſes Telesgop hat der Wiſſenſchaft mehrere nützliche Reſultate gegeben. Amici war Profeſſor der Mathematik am Lyceum zu Panaro.
Amiet, Plünderer der Poſtwägen, erwarb ſich durch Kühn⸗ heit und Räuberei eine verhaßte Celebrität. Er hatte eine Bande organiſirt, welche lange das Departement vom Ain(in Burgund) verheerte; aber endlich fiel ein Theil derſelben, mit ihrem Anfüh⸗
rer, in die Hände der Juſtiz. Dieſe Räuber wurden im October 1800 von dem Departements⸗Tribunal zum Tode verurtheilt und nach dem Richtplatze geführt. Sie fingen an, das Schaffot zu be⸗ ſteigen; aber mit einmal entwiſchten ſie den Bewachenden, über⸗ ſprangen, was ſie hemmte, warfen alles über den Haufen, drangen durch mehrere Ausgänge, ſchlugen ſich dann wie Verzweifelte mit der Gensdarmerie, und fielen, entweder von ihrer eigenen Hand, oder unter den Bajonetten. Nur den Amiet und einen gewiſſen Hyvert gelang es, lebend zu fangen, die man ſofort dem Henker überlieferte..
Amiot(der Pater), ein gelehrter Jeſuit, Miſſionär in China, wurde zu Toulon 1718 geboren. Er begab ſich nach Macao im J. 1750. Der Kaiſer von China hörte von ſeinen ausgebrei⸗ teten Kenntniſſen, vorzüglich in der Phyſik und Mathematik, und berief ihn in ſeine Hauptſtadt. Amiot arbeitete Verſchiedenes für dieſen Fürſten, der ſein Verdienſt zu ſchätzen wußte, und ihm mit ſeiner vollkommenſten Achtung lohnte. Der eif ige Miſſionär hatte bald genug chineſiſch gelernt, um eine Brüderſchaft junger Chriſten zu leiten. Er ſäumte nicht, ſich in dieſer Sprache zu befeſtigen⸗ und lernte auch das Tartariſche. Von dieſen Mitteln unterſtützt er⸗ holte er ſich Raths in allen, ſowohl älteren als neueren, Werken⸗ welche von Geſchichte, Sitten, Wiſſenſchaften, Künſte, Literatur, und von allem, was China betrift, handeln. Ein ſcharfſinniger Geiſt, ein glückliches Gedächtniß, und ein für Studium und Nach⸗ forſchung ſtandhafter Eifer ließen ihn eine Menge eben ſo gelehr⸗ ter, als nützlicher, Schriften hervorbringen. Wir führen nur an: 1) Die franzöſiſche Ueberſetzung, mit geographiſchen und hiſtori⸗ ſchen Bemerkungen, eines chineſiſchen Gedichts, betitelt: Lob der Stadt Moukden, vom Kajſer Khian Laung. Ueber dieſes Werk hat Voltaire an den Kaiſer von China die bekannte witzreiche Epi⸗ ſtel gerichtet. 2) Die militäriſche Kunſt der Chineſen.


