Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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188 Ambrogi. Ambroſio.

tigkeit. Er trug ſie in den Sitzungen der arkadiſchen Akademie*) vor, wo ſie immer eine Menge Zuhörer herbeizogen. Dieſer Am⸗ brogi war zu Florenz, den 13. Juni 1712, geboren, trat 1729 unter die Jeſuiten, ſtand 32 Jahre lang auf der Univerſität zu Rom als Lehrer der Beredſamkeit und Poeſie, bildete ausgezeich⸗ nete Eleven, wurde 1743 zum Aufſeher des Kircherianiſchen Mu⸗ ſeums**) ernannt, blieb nach Crlöſchung ſeines Ordens zu Rom, und ſtarb 1793. Er hat nur Ueberſetzungen hinterlaſſen, die aber alle geſchätzt werden, namentlich: der Gedichte des P. Noce⸗ ti, de Fride, de Aurora boreali;(man erkennt darin den Jeſuiten, der immer bemüht iſt, den Ruhm ſeines Ordens zu er⸗ heben;) der Geſchichte des Pelagianismus, von dem Abbé Patouillet; der ausgewählten Briefe Ciceross, und der Aeneis des Virgil. Letztere verdient Lob wegen ih⸗ rer Treue, Korrektheit und Harmonie; aber ſie iſt zu weitſchweifig und manchmal proſaiſch. Sie ſteht unter der edlen, zierlichen und kräftigen Uebertragung des Annibale Caro. Die erſte Ausgabe (Rom, 3 Thle) mit Kupfern, nach Gemälden im Muſeum des Va⸗ ticans, und mit einem gelehrten Kommentar verſehen, iſt die geſuch⸗ teſte. Dieſer Jeſuit glaubte ſeine Feder durch die Ueberſetzung mehrerer Tragödieen Voltaire's nicht zu entweihen. Man hat auch von ihm ein gutes didaktiſches Gedicht über die Pnzung der L tronenbäume.

Ambroſio, neapolitaniſcher General, hatte das geſchäft ei⸗ nes Advokaten(paglietta) geübt. Hierauf war er in der ehema⸗ ligen Armee nur bis zum Grade eines Unterlieutenants(alfiere) gelangt, und befand ſich ſelbſt ohne Anſtellung, als die Franzoſen im Februar 1806 in das Königreich Neapel einrückten. Sechs

*) Die Geſellſchaft der Arkadier wurde 1690 in Rom geſtiftet, und verbreitete ſich durch ganz Italien. Ihr Zweck iſt Beförde⸗ rung der ſchönen Litergtur, und vorzüglich der Poeſie. In der Form ahmt ſie das arkadiſche Idyllenleben nach, und ihre Mit⸗ glieder, Dichter und Dichterinnen, führen griechiſche Schäferna⸗ men. Das Wappen iſt die Syringe(Pansflöte), mit Fichten und Lorbeern umkränzt. Ehemals war der Ruf dieſer Akademie größer, als gegenwärtig. G.

2) Von Athanaſius Kircher⸗ einem Jeſuiten aus Fulda, der im 30 jährigen Kriege nach Nom ſtoh, geſtiftet. Dieſer war ein geſchätzter Philoſoph, Philolog, Kosmograph, Phyſtker, Mathe⸗ matiker ꝛc. und hat mehrere Schriften in dieſen Fächern hinter⸗ laſſen. G.