Ambly. Ambrogi. 187
Ambly(der Marquis von)) war einer jener unerſchrocke⸗ nen Männer, welche der Wildſtrom der Revolution und des Jahr⸗ hunderts nicht mit ſich fortriß, und welche, auf einem ſchon ver⸗ lornen Platze ſtehend, in Trümmer geſunkene Einrichtungen und beſiegte Vorurtheile Schritt vor Schritt vertheidigte. Er war Gou⸗ verneur von Rheims, Generallieutenant, und Ritter des rothen Bandes, als ihn der Adel von Champagne 1789 zum Deputirten bei den Generalſtänden erwählte, wo er ſich gleich anfangs durch den Eifer, mit dem er beſondere Berathſchlagungen jeder Klaſſe verlangte, hervorthat. Als die Verhandlung über das Jagdrecht Anlaß gab, ſo manche Feudal⸗Barbarei zu rügen, damit man ſie ſtürzen könne, begehrte der Marqnis, daß das Recht, Gewehr zu tragen, von einer gewiſſen Anzahl Güter abhangen ſolle. Einige Zeit darauf hörte man ihn die Ausſchließung jedes verläumderi⸗ ſchen Deputirten vorſchlagen. Mirabeau wies dieſen Antrag zurück, weil derſelbe, wie er ſagte, für die Verſammlung der Re⸗ präſentanten ehrenrührig ſey, und Ambly fand nichts, als ſeinen Degen, um der Beredtſamkeit des Volksſprechers zu ant⸗ worten. Sein übriges politiſches Betragen beruhte fortwährend auf den nämlichen Grundſätzen. Er vertheidigte den Grafen von Lautrec, ſeinen Freund, der über ſeinen Aufenthalt zu Toulouſe bei der Verſammlung angeklagt war, verlangte, daß die Armee auf den Fuß der ehemaligen Beförderung organifirt werde, und forderte zur Verfolgung der Urheber des 5. und 6. Octobers 1789 (ſ. die Tabelle) auf, welchen Rang und welche Gewalt ſie auch hätten. Als der König nach Varennes floh und die Erneuerung des Bürgereids dekretirt wurde, ſtieg Ambly auf die Tribune, und ſprach dieſe merkwürdigen Worte:„Ich bin ſehr alt; ich hatte be⸗ „gehrt, angeſtellt zu werden, und ſtand auf der Liſte der General⸗ „lieutenants. Aber die Jakobiner ſtrichen mich aus, und ſetzten „»Hrn. von Montesquien an meine Stelle. Ich bin ein Greis; mein „Vaterland iſt undankbar gegen mich: es liegt nichts daran! Ich
ſchwöre ihm treu zu bleiben.“ Einige Tage darauf emigrirte der Marquis.—
Ambrogi(Anton Maria), Jeſuit und Dichter, glänzte mehr als Improviſator, denn in ſeinen aufgeſchriebenen Poeſieen. Letztere ſchmeckten nach der Gewohnheit zu improviſiren. Man fand darin mehr Wohlklang, als Gedanken, einen langweiligen Ueber⸗ fluß, oft eine Fluth von Worten in einer von Ideen verlaſſenen Oede; aber Einbildungskraft, Anmuth, Leich⸗


