180 Amalia. Amand. Amanthon.
Nationalverſammlung ſo bemerklich machte. Wielanden vertraute die Herzogin die Erziehung ihres Sohns an. Im J. 1788 reiſte ſie über die Alpen; der Verfaſſer Werther's begleitete ſie. Der Hang, den ſie immer für die ſchönen Künſte hatte, wurde in Ita⸗ lien zur wahren Leidenſchaft. Nach ihrer Rückkunft in Deutſch⸗ land gab ſie ſich, mit eben ſo viel Edelmuth, als Urtheilskraft, mehr als jemals Mühe, diejenigen, welche ſie übten, zu ermuthi⸗
gen oder zu unterſtützen. Ihr Tod wurde allgemein beklagt. Man
hat die Zeit deſſelben in Frankreich oder den Niederlanden verſchie⸗ dentlich angegeben. Ohne Zweifel wird er irriger Weiſe in das Jahr 1808 oder ſelbſt 1809 geſetzt, weil er eine Wirkung des Kum⸗ mers war, den die Begebenheiten am Schluſſe d. J. 1806 dieſer Fürſtin verurſachten*).
Amand(Franz), geb. zu Bourg, Departement vom Ain (Burgund), den 4. September 1774, Soldat im 102. Linieninfan⸗ terie⸗Regiment, gab oft Proben von Muth, beſonders aber in der Schlacht bei Zürich, wo er ſich durch ein ſeltenes Beiſpiel von Un⸗ erſchrockenheit auszeichnete. Dort ſtürzt er allein in die Mitte ei⸗ nes feindlichen Bataillons, entreißt eine Fahne, und tödtet drei Mann, die ſie vertheidigen wollten. Bald darauf von vier ſeiner Kameraden unterſtützt, macht er 14 Offiziere und 163 Soldaten die Waffen niederlegen, und bringt nach geendigter Schlacht ſelbſt dem General Maſſena die eroberte Fahne. Drei Jahre nachher erwahnte der Verwaltungsrath ſeines Regiments in einem dem Ge⸗ neralinſpektor Legrand abgeſtatteten Bericht ſein treffliches Beneh⸗ men. Er ward den 25. Prairial 11. zum Mitgliede der Ehrenle⸗ gion ernannt, und ſtarb zu Alexandria(in Piemont), bedauert von ſeinen Führern und Kameraden, welche die militäriſchen Tu⸗ genden und den glänzenden Muth dieſes Mannes zu ſchätzen wußten.
Amanthon(Clande Nikolaus), geb. zu Villers⸗les⸗ Ports, den 20. Januar 1760, vor der Revolution Advokat zu Di⸗ jon, war, nachdem er einige Maireſtellen bekleidet, 1813 Präfek⸗ turrath des dortigen Departements. Gegenwärtig iſt er Correſpon⸗ dent der Dijoner Societät für Wiſſenſchaften, Künſte und Acker⸗ bau. Außer der Apotheoſe des Rameau hat man von ihm biographiſche, antiquariſche ꝛc. Schriften, in das M. agasin encyclopédique eingerückte Aufſätze, und eine Rede, die er bei Gelegenheit der Vermählung Napoleons mit Marie Louiſe ſprache
*) Die edle Herzogin ſtarb wenige Monate nach dem 14. Oktober 1806. G.


