178 Alringer. Aly Bey. Alyon.
Sammlung zu Leipzig 1784 zum Beſten der Wiener Armenanſtalt, und gründeten ſeinen literariſchen Ruf, welchen bald das Ritter⸗ gedicht Doolin von Mainz(Wien 1787) ſicherte. Durch dieſe Wahl eines nationellen Stoffs betrat er Wieland's Bahn. Dieſem widmete er ſeinen Doolin, und gab in der Folge zu Leipzig den Bliomberis, ein Gedicht in der nämlichen Gattung, heraus*). Seine Ueberſetzung des Numa Pompilius, von Florian, erſchien zu Wien in zwei Theilen; nach dieſem(1794) eine Samm⸗ lung vermiſchter Gedichte, worin man viele triviale Bil⸗ der und Nachläßigkeiten fand. Man erkannte hier nicht den reinen Styl und die Empfindungen jener von 1784. Seitdem beſchäftigte ſich Alxinger nur mit der Herausgabe einiger Journale, aber in einer Manier, die ſowohl ſeinen Patriotismus, als den Umfang ſeiner Kenntniſſe, darlegte. Immer leidenſchaftlich für die Lite⸗ ratur eingenommen, ermuthigte er alle, die ſich ihr widmeten. Haſchka**) ſtand in ſeinen Augen auf der erſten Stufe. Er ver⸗ band ſich enge mit ihm, und nachdem dieſer lange ſein Gaſt war, ſtellte er ihm eines Tages 10,000 Gulden zu. Sein Benehmen ge⸗ gen ſeine Freunde und ſeine Uneigennützigkeit müſſen einigen Tadel, dem er ausgeſetzt war, vergeſſen machen. Ein kleiner Hang zu Ausſchweifungen und etwas Eitelkeit können ſolchen ſchätzbaren Eigenſchaften nicht die Waage halten. Zuletzt war er Sekretär und Aufſeher des Hoftheaters, und ſtarb am 1. Mai 1797.
Aly Bey(S. Badia Y Leblich.)—
Alyon(Peter Philipp), geb. in Auvergne 1758, war Vorleſer des Herzogs von Orleans, und nahm Theil an der Erzie⸗ hung ſeiner Söhne. Im J. 1783 legte er der mediciniſchen Ge⸗
*) Nicht blos Fleiß, ſondern auch wahres poetiſches Talent, iſt, meines Erachtens, in dieſen zwei romantiſchen Epopeen zu erken⸗ nen, und Eſchenburg nennt mit Recht den Doolin einen ſehr ſchätzbaren Verſuch. Wenn Alringen die farbige Dichtung Wieland's nicht erreicht,(welches auch ſehr ſchwer iſt,) ſo fehlt es ihm doch nicht an phantaſtereichen, lebhaften, kräftigen und rührenden Darſtellungen. Er war auch Mitarbeiter im äſthe⸗ tiſchen Fach an der geſchätzten jenaiſchen Lit. Zeitung, und zeich⸗ nete ſich überhaupt unter den Männern ſeines Landes aus, deren Geiſter durch das von dem unvergeßlichen Joſeph II. verbreitete Licht geweckt wurden. G.
**) Im Original aus Verſehen Haſelka genannt; ein Wiener Dichter, deſſen Oden nicht ſelten ſchwülſtig, aber auch nicht ohne Schwung und erhebende Bilder und Gedanken, ſind. G.


