Alvinzy. Alxinger. 477
Armee⸗Corps unter dem Befehl des Prinzen von Koburg, und über⸗ nahm im April 1795 das Kommando der Armee am Rhein. Den 26. März 1796 wurde er Kommandant von Gallicien, und darauf Mitglied des Hoffriegsraths. Nach dieſem erhielt er den Oberbe⸗ fehl der Armee in Italien, ging am 13. October über die Piave, hatte von neuem einige Vortheile gegen die Franzoſen bei Scalda Ferro, und begab ſich am 9. Januar nach Roveredo, nachdem er den Marquis von Provera nach Mantua detaſchirt hatte. Hier wechſelte das Glück. Seit dem 13. hatten Alvinzy's Angriffe wie⸗ der begonnen, jedoch mit zweifelhaftem Erfolg. Am 14. wurde er völlig geſchlagen, und die berühmten Schlachten bei Rivoli und Arcole vollendeten ſeine gänzliche Niederlage. Hier ſchloß ſich, nach 44 Dienſtiahren, ſeine militäriſche Laufbahn. Weil er nicht glücklich war, häufte man Beſchuldigungen auf ſein Talent und ſei⸗ nen Charakter. Aber er rechtfertigte ſich, und ſein Monarch, der ſelbſt von ihm Unterricht in der Taktik erhalten, und ihn mit beſon⸗ derem Wohlwollen beehrte, übertrug ihm 1798 die Generalkom⸗ mandantſchaft in Ungarn. Er ſtarb, geachtet und bedauert, den 27. November 1810, zu Ofen, an einem Anfall von Schlagfluß.
Alkringer(Johann Baptiſt von), wurde, aus öſter⸗ reichiſchem Erbadel, den 24. Januar 1755, zu Wien geboren. Er ſtudirte unter Eckhel, dem Aufſeher des Wiener Münzkabinets. Dieſer berühmte Antiquar entwickelte den natürlichen Hang ſeines Eleven für die alte Literatur ſo, daß Alxinger ſein Gedächtniß mit dem größten Theil der Werke jener Dichter, die Zeitgenoſſen Pin⸗ dars und Horazens waren, erfüllte. Dennoch genügte ein einziges Fach ſeinem Geiſte nicht. Er ſtudirte mit faſt gleichem Eifer die Philoſophie und Rechtswiſſenſchaft, ward Doctor der letztern und nahm den Titel eines Hofadvokaten an. Er ſtrebte nach keiner ein⸗ träglichen Profeſſur. Erbe eines bedeutenden Vermögens wandte er ſeine Geſetzkenntniß zur Verſöhnung minder hartnäckiger Parteien an, und weihte ſeine Talente der Vertheidigung ſolcher Perſonen, welchen der Mangel an Einkommen die Hoffnung, Recht zu erhal⸗ ten, entzogen hätte. 1777 war Alxinger Redacteur der öſterrei⸗ chiſchen Zeitſchrift, und in der Folge gab er im Wiener Mu⸗ ſenalmanach und in der literariſchen Monatsſchrift einige poetiſche Verſuche*). Dieſe Gedichte erſchienen in einer
*) Später lieferte er auch Beiträge zu dem, eine blühende Periode unſerer Poeſte bezeichnenden, Voſſiſchen Muſenalmanach⸗ G.
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