Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Albouis D Azincourt. Albouys. Albrechtsberger. 111

Stelle verſehen, ward er am 28. März 1809, 62 Jahre alt, der Bühne durch den Tod entriſſen.— D'Azincourt s Darſtellungen vereinigten Tiefe mit Feinheit und Biegſamkeit; er war niemals trivial. Hierin vorzüglich unterſchied er ſich von Dugazon, der mit ihm die Rollen der Livreebedienten theilte. Dieſer war ein Diener vom guten Ton, das heißt, ein wenig froſtig. Preville ſagte von ihm:„Er iſt bezaubernd, Scherz bei Seite*)!“ Wäh⸗ rend der revolutionären Unruhen benachrichtigte man D'Azincourt eines Abends, daß ein Theil der Schauſpieler des Théätre fran- cais verhaftet werden ſollte, und er ſich noch retten könne. Aber er erklärte, das Loos ſeiner Mitgenoſſen theilen zu wollen. Er wurde arretirt und eilf Monate lang gefangen gehalten**).

Albouys war Richter am Tribunal zu Cahors(in Guienne), als ihn das Departement vom Lot zum Conventsdeputirten wählte. Er iſt nur durch ſein merkwürdiges Votum in dem Prozeſſe des Königs bekannt, worin er alle Intereſſen zu vereinigen ſuchte, die der Gerechtigkeit, die der Nation, und die des Geſetzgebers. „Man würde, äußerte er ſich, die Autorität des Volks über die „Frage: Ob Appellation ſtatt habe? verkennen, wenn man nicht „ſagte: Ja!“ Er ſprach für Einthürmung, Verbannung bis zum Frieden, und Aufſchub.

Albrechtsberger(Johann Georg), ein deutſcher Or⸗ ganiſt, wurde zu Kloſter Neubrunn, im Oeſterreichiſchen, 1729 geboren, trat als Chorknabe in das Kapitel dieſer Stadt, und er⸗ hielt einige Zeit darauf die Leitung einer Schule in der Abtei Mölk. Er genoß den muſtkaliſchen Unterricht des Hoforganiſten Monn, und wurde ſelbſt Organiſt dieſer Abtei, wo er zwölf Jahre blieb. In der Folge nahmen ihn die muſtkaliſchen Geſellſchaf⸗ ten zu Stockholm und Wien zum Mitgliede auf. Er erhielt nun in letzterer Stadt die Kapellmeiſter⸗Stelle an der Domkirche. Er komponirte viele muſikaliſche Stücke, unter welchen man ein deutſches Oratorium zu vier Stimmen auszeichnet. 1790 gab er ein Elementarbuch heraus, unter dem Titel: Gründliche An⸗

*) Beaumarchais übertrug in ſeinem unnachahmlichen Intri⸗ guenſtück Figaro d' Azincourt die Hauptrolle, und Mlle Contat ſpielte die Suſanne. Durch beide wurde der Ruhm dieſes Lunſt⸗ ſpiels vorzüglich gegründet. G.

**) Nämlich bis zum 9. Thermidor 2./ an welchem Tage ubespierre und ſeine Mitſchuldigen ſielen. G.