Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Albon. 109

der Armee, welche der Convent, unter dem Befehl des Gen. Kel⸗ lermann, hinſandte, belagert ward, begab ſich Albon nach Bern⸗ um die Schweizer zur Befreiung jener Stadt, im Bunde mit den Prinzen, einzuladen. Aber dieſe Kantone hatten damals andere Angelegenheiten, und er war genöthigt, nach Deutſchland zurück⸗ zukehren, wo er bis 1801 blieb. Damals kam er wieder nach Lyon, und hier vermählte ſich der Abkömmling der Könige mit Fräulein von Viennois, die von Humbert II., Dauphin von Vien⸗ nois, abſtammte. 1813 wurde Albon zum Maire von Lyon er⸗ nannt. Als die Oeſterreicher 1814 in die Stadt einrückten, ließ dieſer öffentliche Beamte, aus eigner Bewegung, ohne noch von der Abdankung des Kaiſers etwas zu wiſſen, die weiße Fahne auf dem Stadthauſe aufpflanzen. Jetzt erklärten ſich den Verwalteten ſeine wiederholten Weigerungen, ihnen das Arſenal zu öffnen, da⸗ mit ſie dem Eindringen des Feindes Widerſtand leiſten könnten, und die Drohungen, ſo er an dieienigen erließ, welche die öſterr. Armee bekämpfen und die Stadt vertheidigen wollten. Albon er⸗ hielt kurz hernach von S. M. Ludwig XVIII. eine beſondere Au⸗ dienz. Als er nach Lyon zurückkam, ſetzte er ſeinen Mairiedienſt fort, und verbot durch einen Beſchluß das Feilbieten der Kupfer⸗ ſtiche, welche an den Kaiſer erinnerten. Man weiß nicht, warum dieſer durch ſeine Anhänglichkeit an die königliche Sache ſo be⸗ kannte Mann abgeſetzt wurde. Während der hundert Tage lebte er vergeſſen, und erlitt keine Verfolgung von Seiten Napo⸗ leon's. Als er bei der zweiten Rückkunft des Königs zum Mitglied der Deputirtenkammer gewählt ward, hielt er ſich beſtändig zur Mehrzahl, und ſprach ſich beſonders in einer auf das Amneſtie⸗ Geſetz Bezug habenden Rede aus, nach welcher alle, die für den Tod des Königs geſtimmt, verbannt, und, im Fall ſie dies Gebot übertreten, eine angemeſſene Strafe über ſie verfügt, und ihre Güter zur Bezahlung der Kriegskoſten verwendet werden ſollten. Dieſer Vorſchlag wurde nicht gänzlich angenommen. Die Ordon⸗ nanz vom 5. September entfernte Albon aus dieſer Verſammlung, und er ward nicht wieder gewählt.

Albon(von), Bruder des vorigen, ehemaliger Kavalle⸗ rie⸗Offizier, hernach Kriegskommiſſär. Am 19. Brumaire 8. (10. November 1799) wurde das Rathscollegium der 500 nach St. Cloud verlegt, zufolge eines den Tag vorher vom Rathe der Alten erlaſſenen Dekrets, welcher auch den General Bouaparte mit der Vollziehung deſſelben beauftragte. Als dieſer General vor den Schranken erſchien, fuhren einige Deputirte, die insgeheim