Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Albitte. Albon. 107

eines Maire*) von Dieppe anzuvertrauen? Nach dem 18. Bru⸗ maire trat er in die Militär⸗Verwaltung, und diente lange als Revuen⸗Unterinſpektor. Er ſtarb von Strapatzen, Kälte und Hunger in dem Feldzuge nach Moskau.

Albitte, der jüngere, Bruder des vorigen, wurde 1792 vom Dep. Nieder⸗Seine zum Ergänzungs⸗Deputirten bei dem Nat. Convent ernannt, trat aber nicht eher ein, als bis die Revolution vom 31. Mai 1793 die Verſammlung nöthigte, jene Mitglieder, welche dieſer Tag gefällt, durch die Suppleanten erſetzen zu laſſen. Weniger ehrſüchtig, und gemäßigter, als ſein Bruder, erſchien er nur auf der Rednerbühne, um jenen gegen die Beſchuldigung, ein Miturheber der Vorfälle im Praireal 3. geweſen zu ſeyn, in Schutz zu nehmen(ſ. den vor. Art.), ein Antrieb, der zu jeder Zeit natürlich, aber in jener ſchrecklichen Periode heroiſch genannt werden muß. Er befand ſich von 1795 an in keiner Staatsbehörde, und war noch 1816 Lotterie⸗Inſpektor zu Rheim.

Albon(Claude Camille Franz, Graf von), Ab⸗ kömmling von Jakob von Albon, Marquis von Fronſac, welchen man den Marſchall von St. André nannte, wurde 1753 zu Lyon geboren. Er zeigte ſchon in früherer Jugend glückliche An⸗ lagen zur Literatur, und gab verſchiedene Werke heraus, welche ihm bald die Pforte mehrerer akademiſchen Geſellſchaften, unter andern der von Lyon, Rom, della Crusce zu Florenz ꝛc. eröffnete. Trotz ſeines Verſtandes und philoſophiſcher Affektation konnte er ſich der Adelsvorurtheile nicht erwehren. Da er Herr von Ypetot, in der Normandie, war, ließ er daſelbſt Hallen für die Märkte erbauen, und ſchmückte(ſich ohne Zweifel noch im 6. Jahrhundert dünkend, als die Herren dieſer kleinen Stadt das Recht der Kö⸗ nige uſurpirten) dieſe Hallen mit der pomphaften Ueberſchrift: Genkium commodo, Gamillus 11I. So machte er aus dieſer nützlichen Anſtalt ein Denkmal ſeiner Eitelkeit. Er hat verſchiedene poetiſche und proſaiſche Werke geſchrieben, unter an⸗ dern: 1) Dialog zwiſchen Alexander und Titus; 2) Bemerkungen eines Staatsbürgers über einen neuen Plan der Auflagen; 3) Lob des großen ökonomiſchen Schriftſiellers Quesngy; 4) Nekrolog berühmter Männer; 5) Rede über die Frage: Ob das Jahrhun⸗

*) Soll wahrſcheinlich heißen eines Munizipal⸗Präſidenten oder Stadt⸗ beamten/ da unter dem Direktorium keine Maires exiſtirten, die mit der konſulariſchen Verfaffung erſt wieder eingeführt wurden.

G.