Albiſſon. Albitte. 105
ſung und Geſetze dieſes Landes heraus. Seit der Revolution be⸗ kleidete er verſchiedene adminiſtrative und gerichtliche Stellen mit eben ſo vielem Talent, als Eifer. Das Departement vom Herault erwählte ihn 1802 zum Tribunen. Er unterſtützte lebhaft den An⸗ trag, die Kaiſerwürde in Napoleons Familie erblich zu machen. Seine Verdienſte erwarben ihm das Kreuz der Ehrenlegion, und 1805 erhielt er die Stelle des kaiſerl. Generalprokurator⸗Subſti⸗ tuten am Kaſſationsgericht. Er wurde hierauf Staatsrath; aber eine ſchmerzhafte Krankheit endigte ſeine Tage zu Paris, am 22. Jänner 1810.
Albitte(Anton Ludwig), der ältere, Advokat zu Diep⸗ pe, Mitglied der geſetzgebenden Verſammlung bei der Nat. Con⸗ vention, wozu ihn das Departement der Nieder⸗Seine(Norman⸗ die) 1791 ernannte. Er beſchäftigte ſich hier faſt ausſchließlich mit der Militaͤr⸗Organiſation, legte ein Dekret über die Stellen⸗ erſetzungen bei der Armee vor, bewirkte den Beſchluß, daß aus dem Nationalſchatze ein Fonds für die Invalidenkaſſe genommen würde, widerſetzte ſich der Maasregel, daß die vom Könige abhän⸗ gigen Truppen in der Nähe der Nat. Verſammlung weilten, und verlangte, daß der Kriegsͤminiſter für die Wahrheit der über den Zuſtand der Grenzen abgeſtatteten Berichte mit ſeinem Kopfe ver⸗ antwortlich ſey. 1792 äußerte er ſeine Beſorgniß, daß die Ver⸗ mehrung der Gensd'armerie der Freiheit ſchädlich ſeyn könne; welche aber, ſo gegründet ſie auch ſeyn mochte, nicht beachtet ward. Er verlangte eine Unterſuchung der Geſetze über das See⸗ weſen, und ſtimmte für die Anklage des Seeminiſters Bertrand von Moleville und des Kriegsminiſters Narbonne. Auch rief er zur Zerſtörung der feſten Plätze im Innern des Reichs auf, weil ſie den Gegen⸗Revolutionären zu Haltungspunkten dienen könnten. Er wirkte ſtark zu den Begebenheiten des 10. Auguſts mit, und ließ den folgenden Tag, gemeinſchaftlich mit ſeinem Kollegen Sers, den Umſturz der Königsſtatuen und ihre Erſetzung durch die Bild⸗ ſäule der Freiheit dekretiren. Die Nat. Convention ſandte ihn mit Lecointre in das Departement der Nieder⸗Seine, um die Verdäch⸗ tigen zu entwaffnen und die widerſpenſtigen Prieſter zu deportiren. Ferner begehrte er den Verkauf der Emigranten⸗Güter und die Beſchränkung des Prieſtergehalts. Er wußte die gegen ihn gerich⸗ tete Anklage des Ex⸗Miniſters Narbonne, als wäre er einer der Deputirten, die Geld empfangen hätten, um der königlichen Par⸗ tei beizutreten, von ſich zu entfernen. In dem Prozeſſe Lud⸗ wigs XVI. ſtimmte er für den Tod dieſes Fürſten; auch begehrte


