Albignac. 103
erwählt, und zugleich im nämlichen Jahr ernannte ihn eine 2 nigl. Ordonnanz zum Präſidenten des Wahlkollegiums vom Bezirk Bayeux.—
Albignac(Moriz Caſtelnau, Graf von), Vetter der vorigen, diente 1792 als Offtzier in dem Heere der Prinzen⸗ und hierauf unter den Oeſterreichern. Nach dem Frieden ging er nach Frankreich zurück, und nahm 1806 wieder Dienſt, und zwar als gemeiner Ordonnanz⸗Gensd'arme in der kaiſerlichen Garde. Er wohnte dem Feldzuge bis zum Tilſiter Frieden bei, wurde Maréchal-des-logis-chef(erſter Wachtmeiſter), und bald Of⸗ fizier. Hierauf trat er in die Dienſte des Königs von Weſtphalen, der ihn zu einem ſeiner Adjutanten annahm. Er diente daſelbſt vier Jahre, ward General⸗Lieutenant, Groß⸗Stallmeiſter, und Kriegsminiſter. Dieſen letzten Platz verließ er, um wieder nach Frankreich zurückzukehren, wo er die Stelle eines Chefs vom Ge⸗ neralſtabe des 6. Corps, unter Marſchall Gouvion⸗St.⸗Cyr, und kurz darauf unter den Vice⸗König von Italien, erhielt. 1813 wurde d'Albignac mit dem Oberbefehl im Departement vom Gard und mit der Organiſation der 4. Reſerve⸗Diviſion beauftragt. Nach der Rückkehr des Königs ward er auf halben Sold geſetzt⸗ am 20. März aber trat er wieder in Thätigkeit als Chef vom Gene⸗ ralſtabe des Marſchalis Gouvion⸗St.⸗Cyr in Orleans. Er ſchloß ſich dem Herzog von Angoulème, und darauf dem König zu Gent an. Als er mit dem letztern nach Frankreich zurückkehrte, wurde er Generalſekretär des Kriegsminiſteriums, und nach dieſem Gouver⸗ neur der königlichen Militärſchule zu St. Cyr, welche Stelle er noch bekleidet. Die treffliche Art, mit welcher d'Albignac dieſen eben ſo beſchwerlichen, als ehrenvollen, Dienſt erfüllt, erwirbt ihm jeden Tag mehr die Zuneigung ſeiner Eleven, ohngeachtet der ſtrengen Disciplin, die er dorten eingeführt, und deren Härte er, trotz ſeiner geſchwächten Geſundheit, muthig theilt. 3
Albignac(von), General⸗Lieutenant, war Staabsofft⸗ zier vor der Reyolution. Seine populären Grundſüätze und ſeine Liebe für die Freiheit erwarben ihm das Vertrauen der Regie⸗ rung, welche ihm 1794 den Oberbefehl üher die Truppen im Gard⸗ Departement ertheilte. Er erſtickte in der Geburt die von den Royaliſten aus Uzes gefaßten Anſchläge, und zerſtreute ohne Ge⸗ waltſamkeit die zu Jalés Verſammelten. Die bei dieſen Vorfällen bewieſene Mäßigung erwarb ihm die Achtung aller Einwohner, und gewann ihm bald die Stelle eines Maréchal-de-Camp, Kom⸗


