Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Albani.

Familie die guten Verfügungen und neuen Reichthümer ihres An⸗ verwandten bemerkte, wollte ſie ihm die Stelle eines Nuntius nach Wien erwirken, in der Hoffnung, ihn dadurch zu den höchſten kirchlichen Würden befördert zu ſehen. Seine Weigerung, Ita⸗ lien zu verlaſſen, wurde allgemein dem Sinn für die ſchönen Kün⸗ ſte, oder einer ſonſtigen Neigung, zugeſchrieben. Aber Manche dachten auch, dieſe angeblichen Motive möchten nur der Deckman⸗ tel für ehrgeizigere ſeyn. Man bemerkte ſie ſogar in der verſtellten Beſcheidenheit, die ihn ſagen ließ:„Ich bin meinem Rufe nicht „gefolgt: ich ſollte eher ein Tonkünſtler, als ein Fürſt der Kirche „ſeyn.“ Er zählte viel auf den mächtigen Einfluß ſeiner Familie⸗ blieb aber dennoch lange ohne Anſtellung. Pius VI. war nicht leicht zu beſtimmen. Endlich wurde er zum Auditor der apoſtoli⸗ ſchen Kammer ernannt, und trat, dem Syſtem ſeiner Familie ge⸗ horchend, dem Intereſſe Oeſterreichs gegen Frankreich bei. Er nahm laut dieſe Partei, als Baſfeville ermordet wurde(ſ. deſſen Art.), und nach ſeinen Reden und andern Umſtänden zu urthei⸗ len, glaubte man ſelbſt, daß er dieſer Begebenheit nicht fremd ſey. 1795 durchzog er verſchiedene Staaten Italiens, mit der Sendung, einen Bund gegen die franzöſiſche Republik zu bilden. Er hatte wenig Glück, und als der Pabſt ſah, daß er nur mit dem Könige der beiden Sicilien unterhandeln gekonnt, glaubte er, daß ihm nichts übrig bleibe, als einen Waffenſtillſtand mit Frank⸗ reich zu ſchließen. Albani wurde nach Wien geſandt, um dem Kaiſer die Lage der Dinge jenſeits der Alpen mitzutheilen; aber man empfing ihn ſehr kalt, wenn einer, in der Staatsverſamm⸗ lung und vor dem Pabſte, am 28. November 1796, geleſenen De⸗ peſche zu glauben iſt. Der Kaiſer fand es übel, daß S. H. ohne ſeine Theilnahme einen Waffenſtillſtand mit Frankreich und einen Vertrag mit dem König von Neapel geſchloſſen habe. Dieſer un⸗ günſtige Empfang ſchreckte die Hoffnung Albani's noch nicht ab. Er verließ Wien nicht, und ſeine Unterhandlungen, oder vielmehr Ränke, brachten großes Unglück auf Rom. Ein Brief, den ihm der Kardinal Busca ſchrieb, wurde von dem Obergeneral der franz. Armee in Italien aufgefangen. Man ſah darin, wie aufrichtig der römiſche Hof mit Frankreich unterhandelt hatte. Dieſes dem Direktorium zugeſandte Schreiben brach den Waffenſtillſtand, und reißende Fortſchritte brachten die Haustſtadt in die Gewalt des

Maaß und Gewicht ꝛc. zu wachen. Dieſe Oberaufſicht heißt An⸗ none. G.