Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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90 Alaya. Albaneze. Albani von Urbino.

Folge dieſes Benehmens, zurückgerufen. Wenn er aber jetzt(1820) angefeindet wird, ſo iſt nicht zu zweifeln, daß er unter der libera⸗ len Regierung, die in Spanien nunmehr das Uebergewicht hat, ſeine Vertheidiger findet.

— Albaneze(RN.), ein berühmter italieniſcher Sopranſänger, iſt 1731 zu Neapel geboren, und erlangte daſelbſt im muſikaliſchen Conſervatorium eine herrliche Sangmethode. Er war kaum 18 Jahre alt, als er nach Paris kam, und bald vortheilhaft bekannt wurde. Sein Talent verſchaffte ihm einen Platz in der Kapelle des Königs, und ſpäter nahm man ihn als erſten Sänger des geiſtli⸗ chen Concerts auf. Er hat ſich ſowohl durch ſeinen Geſang, als durch ſeine Compoſitionen ausgezeichnet. 1800 ſtarb er, von Je⸗ dermann, wegen ſeines Talents und ſeiner Liebenswürdigkeit, beklagt.— 4

Albani von Urbino(Johann Franz), Reffe von Clemenz XI. Er wurde 1720 geboren, ward Biſchof von Oſtia und Velletri, alsdann Kardinal, und endlich Dechant des heil. Collegiums. Gegen Ende d. J. 1803 ſtarb er zu Rom. Albani beſaß hervorleuchtende Kenntniſſe, und verband eine vorzügliche Figur mit durchdringendem Geiſt. Im Alter von 27 Jahren er⸗ hielt er den Kardinalshut; aber aus Hang zu Vergnügungen ver⸗ nachläßigte er die kirchlichen Geſchäfte. Da er viel Talent zur

Präſentation hatte, ſo wählte man ihn, die fremden Geſandten

zu empfangen. Er dankt ſeinen großen Ruf den Jeſuiten, welche von ſeiner Familie, ſeit dem Zeitpunkte der Bulle Unigeni⸗ tus*), immer beſchützt wurden, und ſeine Partei lenkte das Conclave bei der Pabſtwahl. Als dieſer Kardinal Albani eins der erſten Mitglieder der Staatsverſammlung, die man wegen der auf die franzöſiſche Revolution ſich beziehenden Angelegenheiten hielt, geworden war, erhob er ſich mit Heftigkeit gegen die neuen Grundſätze, und erklärte ſich offen für Oeſterreich, an welches alte Bande ſein Haus feſſelten. Aber die Franzoſen rückten in Rom ein, er entfernte ſich ſchnell, und ſein Palaſt wurde geplün⸗

*) Die Bulle Unigenitus wurde vom Pabſt Clemens XI. 1713 zu Nom publieirt, um die von dem in Amſterdam geſtorbenen Pater Quesnel über das neue Deſtament gemachten moraliſchen Anmer⸗ kungen zu verdammen. Trotz aller geiſtlichen Drohungen des Pab⸗ ſtes nahm ſie die gallikaniſche Kirche nicht an, und Kaiſer Joſeph II. unterdrückte ſie gänzlich. Auch bei den Päbſten ward ſie zuletzt nicht mehr für eine Glaubensregel gehalten. G.