Alaya.. 89
zu dem Vorfall unter den Mauern von Toulouſe*); jetzt ging er nach Spanien zurück. Die letzteren Dienſte Alaya's hatten die Erinnerung an ſeinen Abfall in Ferdinands Gedächtniß nicht aus⸗ gelöſcht. Er ward alſo anfangs arretirt; aber nach einigen Tagen ſetzte man ihn wieder in Freiheit, und er wußte ſich die Gunſt des Fürſten ſo zu verdienen, daß ihn dieſer zum General⸗Lieutenant erhob und ihn als außerordentlichen Geſandten nach Belgien ſchickte. Alaya iſt ſeit den letzten Veränderungen nicht angeſtellt. Die ſpa⸗ niſche Nation, welche Balleſteros belohnte, weil er nicht unter den Befehlen eines fremden Generals dienen wollte, glaubte, ihr Ver⸗ trauen einem begünſtigten Adiutanten des Lords Wellington nicht gewähren zu dürfen**). Auch wirft man ihm vor, er habe ſeinen Einfluß bei Wellington nicht benutzt, um die Leiden ſeiner Mitbür⸗ ger zu mindern, und führt das Beiſpiel Zea's an, der ihm nach der Schlacht bei Vittoria, worin er gefangen wurde, vorgeſtellt ward. Dieſer Gelehrte hatte eine Menge Anſprüche, die ihn einen guten Empfang hoffen ließen. Er war krank, im äußerſten Elend, und hatte, wie Alaya, die Konſtitution zu Bayonne unterzeichnet. Aber letzterer behandelte ihn ſehr übel, und überließ ihn ganz der Härte ſeines Schickſals. Der Unwille, welchen dieſes Benehmen in Zea's Innerem erregte, trug ohne Zweifel bei, daß er Mittel ſuchte, nach Amerika auszuwandern, um ſich der engliſchen Herr⸗ ſchaft in Spanien zu entziehen. Er brachte ſeine Kenntniſſe in die Provinzen Venezuela und Santa Fe, und wirkte zur Unabhän⸗ gigkeit dieſer weitgedehnten Landſchaften kräftig mit. Ehrenvoller war das Betragen Alaya's in Belgien. Während er ſich anſchei⸗ nend nach den Inſtructionen ſeines Kabinets richtete, die ihm vor⸗ ſchrieben, die Strenge der niederländiſchen Verordnung auf die geflüchteten Spanier zu legen, tröſtete und unterſtützte er heimlich ſeine unglücklichen Landsleute. Ein ſchönes Beiſpiel, welches nicht alle Diplomaten befolgen! Alaya wurde 1819, vielleicht in
*) Die letzte, nicht mehr nothwendige, Schlacht vom 10. April 1814, weil ſie 11 Tage nach der Einnahme von Paris und der Wiederherſtellung der Bourbone geliefert wurde. Sie war ſehr blutig. Die Franzoſen, unter Soult, fochten mit der höchſten Tapferkeit, aber Wellington blieb im Vortheil. G.
**) Als die Cortes den Lord Wellington zum Oberfeldherrn aller Ar⸗ meen in Spanien ernannten, nahm Balleſteros aus Verdruß darüber ſeine Entlaſſung, ſuchte ſich aber in einer Schrift von dem Verdacht zu befreien, als habe er aus Neid den Unternehmun⸗ gen Hinderniſſe in den Weg gelegt(S. ſeinen Art.). G.


