Aiguillon. Aikin. 85
zwiſchen England und Spanien erhoben, ins Mittel treten zu laſ⸗ ſen. Bald nach der Auflöſung der konſtituirenden Nat. Verſamm⸗ lung erſetzte er den General Cuſtine in dem Befehl über die zur Bedeckung Bruntruts beſtimmten Truppen. Als er darauf bei der Nationalconvention angeklagt und Arreſt über ihn beſchloſfen war, ſah er ſich gezwungen, Frankreich zu verlaſſen, und begab ſich nach London, von wo er nach Hamburg hinüber ging. Im J. 1810 wurde er von der Emigranten⸗Liſte ausgeſtrichen, und war im Begriff, in ſein Vaterland zurückzukehren, als ihn eine ſchwere Krankheit traf, woran er ſtarb. Wenige Männer von öffentlichem Ruf haben ſo heftigen Groll ihrer Feinde erregt, als der Herzog von Aiguillon. Um ſein Gedächtniß der Nachwelt zu empfehlen, genügt die Bemerkung, daß er Mitglied jener Minderzahl des Adels war, die ſich den Gemeinden anſchloß, und daß er niemals die kon⸗ ſtitutionelle Partei verlaſſen hat.-
Aikin(Johann), engliſcher Literator, iſt einer derjenigen Männer, welche durch Reinheit des Geſchmacks, Anmuth des Styls, und eine immer gerechte, aber auch urbane, Strenge der Kritik, ſich am meiſten der franzöſiſchen Manier nähern*). Er iſt der Sohn eines presbyterianiſchen Geiſtlichen, der auf der Schule zu Warrington die Theologie lehrte, ſtudirte Medicin und Chirur⸗ gie, worin er 1780 zu prakticiren anfing, und machte ſich zugleich durch rein⸗wiſſenſchaftliche Werke bekannt, in welchen ein zierli⸗ cher und gedrängter Styl ſich mit werhütdiien und wichtigen Nachforſchungen verbindet. Seine Schweſter, Lätitia Aikin, unter dem Namen der Miſtriß Barbauld bekannt, war Mitar⸗ beiterin an mehreren ſeiner Schriften. Man weiß, daß der Name dieſer Frau in England mit den vereinten Worten: Vernunft, Geſchmack, Eleganz und Philoſophie gleichbedeutend iſt. Unter den zahlreichen Werken Johann Aikin's führen wir nur an: 1) Verſuch über Liederdichtung, mit einer Samm⸗ lung der beſten eng liſchen Lieder, worin über die ro⸗ mantiſche Poeſie der Engländer intereſſante Bemerkungen enthal⸗ ten ſind; 2) Verſuch über die Anwendung der Natur⸗ geſchichte auf die Poeſie, ein merkwürdiges Buch, wel⸗
„ Wenn auch dieſe Bemerkung nicht unwahr iſt, ſo könnte man doch eine Anmaßung darin finden. Wie dem auch ſey, ſo iſt die Kritik der Franzoſen, obſchon ſie, wie anderswo, ihre Factio⸗ nen haben mag, von Seiten der Urbanität empfehlungswerth; worüber ſie ſich ſchon ein Kompliment machen dürfen. G.
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