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in Ungnade, obſchon er an ſeinem Oheim, dem Grafen von Mau⸗ repas, eine Stütze hatte. Die Königin war ihm entgegen, und er mißfiel dem Publikum; 1775 mußte er abtreten. Im Fache der Literatur beſitzt man von ihm eine Sammlung frei geſchriebener Aufſätze, unter dem Titel: Recueil de pièces choisies, rassem- blées par les soins d'un Cosmopolite, 1735; ferner eine neue Cyropädie, oder Betrachtungen des Cyrus auf ſeinen Reiſen. Man behauptet, daß die Prinzeſſin von Conti, der Pater Vinot, und der Abbé von Grécourt ſeine Mitarbeiter geweſen wä⸗ ren. Aiguillon ſtarb 1780 mit dem Rufe eines geiſtreichen Hof⸗ manns, aber nicht mit dem eines vollendeten Staatsminiſters. Zehn Jahre ſpäter hatte ſein Sohn Gelegenheit, ihn zu vertheidi⸗ gen; er rechtfertigte ſein Betragen und wollte die Beſchuldigungen des Cazalés vernichten.
Aiguillon(Armand Vignerod Dupleſſis Riche⸗ lieu, Herzog von), Sohn des vorigen, war Pair von Frank⸗ reich, Obriſt des Kavallerie⸗Regiments Pologne, und Komman⸗ dant der Chevaux⸗legers von der königlichen Garde*). Der Adel aus Anjon ſandte ihn 1789 als Deputirten zu den Generalſtänden. Er ſchloß ſich an die Kammer des dritten Standes an(25. Juni), und gab in der Nacht des 4. Auguſt die zweite Stimme für die Aufhebung der Privilegien ſeiner Kaſte. Sein Patriotismus ſchuf ihm Feinde, die ſelbſt keine Verläumdung ſparten, um ſeinen gu⸗ ten Ruf zu zerſtören. Man wollte ſogar behaupten, daß er an den Tagen des 5. und 6. October als Hallenweib verkleidet erkannt worden ſey. Dieſe Beſchuldigungen wurden niemals erwieſen. Der Herzog von Aiguillon zeichnete ſich in der konſtituirenden Ver⸗ ſammlung durch ein biederes Betragen und eine glühende Liebe für
die auf Geſetze gegründete Freiheit aus. In der großen Verhand⸗
lung über Krieg und Frieden ſtimmte er dafür, daß dieſes Recht der Nation vorbehalten ſey. Er griff lebhaft die Miniſter über ihren Vorſchlag an, Frankreich in den Streitigkeiten, die ſich
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*) Dieſe vier Compagnieen leichter Reiter waren ſchon in den Rit⸗ terzeiten aus den hommes d'armes erleſen. Sie machten ſeit Heinrich IV. einen Theil der Garde aus, und bewährten ſich rühm⸗ lich in verſchiedenen Gefechten. Sie führten die Namen: Com⸗ pagnie des Königs, der Königin, des Dauphin, und des Herzogs von Orleans. Die dabei dienenden Unadlichen wurden Adliche nach fünf Dienſtiahren. Man nannte ſie Compagnies d' Ordon- nande, wie ſpäter Napoleon Gensd'armes d'ordonnance hatte⸗
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