32 1 Aiguillon.
Scherze in einem Briefe, der offenkundig wurde. Er ſagt in eig⸗
nen Worten:„Wenn unſer General ſich nicht mit Ruhm bedeckt „hat, ſo hat er ſich doch mit Mehl bedeckt.“ Unverſöhnlich in ihrem Tadel warfen ihm die Bretagner ſeine Prunkliebe vor, und beſchuldigten ihn auch der Erpreſſung und Untreue. Das Parla⸗ ment ſtellte Unterſuchung gegen ihn an, und betrieb ſeine Zurück⸗ berufung. Schon hatten die Gerichtshöfe mehrerer Provinzen, bei ihren Streithändeln mit der Militärgewalt, ähnliche Vortheile erlangt; der von Rennes wollte ſich nicht weniger unternehmend und feſt zeigen. Trotz der Feindſchaft des erſten Miniſters berei⸗ tet ſich der Herzog von Aiguillon, kräftig gegen das Parlament ſeiner Provinz zu ringen, und beſchuldigt ſelbſt den General⸗Pro⸗ eurator, daß er den Umſturz der Geſetze des Königreichs anſpinne. Der nun verfolgte und eingekerkerte La Chalotais wird ein Abgott der Anhänger des Parlaments. Ferne, den Tumult zu beſänfti⸗ gen, erregen die von dem Kommandanten genommenen Maasregeln einen Aufſtand. Das Schatten⸗Parlament, welches er bildete, wird zur Zielſcheibe der Beleidigungen. Die Regierung war end⸗ lich dieſer Zwiſtigkeiten müde, und es gelang dem Miniſter Choi⸗
ſeul, das alte Parlament wieder herzuſtellen, und das Kommando
in Bretagne dem Herzog von Duras zu verleihen. Die Klagen gegen Aiguillon erneuten ſich, und der König, der anfangs dieſe Hüändel beſchwichtigen wollte, ließ ihnen nun einen freieren Lauf. Die Sache wurde am Parlament von Paris anhängig. Schon ſieht ſich der Beklagte unterliegen, er nimmt ſeine Zuflucht zu Mad. Du⸗ barry(der Geliebten des Königs); ihre Protection erwirkt ihm einen Befehl Ludwigs, die Prozedur aufzuheben; durch dieſes er⸗ niedrigende Mittel glaubt ſich der Herzog mit Ehre aus der Ge⸗ ſchichte zu ziehen: aber ein Beſchluß des aufgebrachten Parla⸗ ments ſuspendirt ihn einſtweilen von den Verrichtungen der Pairie als einen, der ſich ſolcher Thaten ſchuldig gemacht, die Abſetzung herbeiführen können. Das Publikum nimmt Partei, und das Ver⸗
fahren des Parlaments wird um ſo mehr gebilligt, als der Hof
trachtet, es durch die Formalität eines feierlichen Gerichts nieder⸗ zuſchlagen. Wie dem auch ſey, der Herzog von Aiguillon hat ſelbſt darin Sitz, und während ſeine Feinde ſich durch Spottverſe rächen läßt er von den Kanzleien des Parlaments alle die Prozedur be⸗ treffenden Schriften hinwegnehmen. Seine Ränke ſparten ihm einen neuen Triumph für das folgende Jahr auf; nämlich ſeine Ernennung zum Miniſter und die Verweiſung des Herzogs von Choi⸗ feul. Er, der Kanzler Maupeon, und der Abbé Terrai vereinten
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