Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Aigremont. Aiguillon. 81

des Kaiſers. Er verließ auf kurze Zeit den Militärdienſt, um in das geſetzgebende Corps, für das er gewählt wurde, zu treten (1805). Nach 5 Jahren übernahm er wieder ſeinen Poſten bei der Armee. Als Mitglied des Munizipalraths von Caén unterzeichnete er 1813 die Addreſſe, durch welche dieſe Stadt der Kaiſerin ihre Huldigung darbrachte.

Aigremont(Der General von), war Obriſt des 13. Küraſſierregiments(1809). Seine Vorgeſetzten erhoben ſehr ſein Benehmen in der Schlacht bei Wagram, wo er vielen Muth be⸗ zeigte. Er wurde 1810 an der Spitze ſeines Regiments nach Spa⸗ nien geſchickt, und trug kräftig zum Gewinn der Schlacht von Le⸗ rida bei. Bald darauf erhielt er die Stelle eines Brigade⸗Ge⸗ nerals.

Aiguillon(Armand Vignerod Dupleſſis Riche⸗ lieu, Herzog von), wurde 1720 geboren. Obwohl dieſer Miniſter Ludwigs XV. nicht zur Biographie der Zeitge⸗ noſſen gehört, weil er vor der Revolution ſtarb, glauben wir doch, ihn hieher ſetzen zu müſſen wegen der Wichtigkeit der Ereig⸗ niſſe, die unter ſeinem Miniſterium ſtatt hatten, und wegen des Eifers, den ſein Sohn bewies, das Andenken ſeines Vaters gegen die Angriffe der konſtituirenden Nat. Verſammlung zu vertheidigen. Der Herzog von Aiguillon, Miniſter und Pair von Frankreich un⸗ ter Ludwig XV., war mit Glück am Hofe dieſes Monarchen er⸗ ſchienen; aber ganz beſonders von der Herzogin von Chateauroux ausgezeichnet, und von dem Könige ſelbſt geliebt, wurde er zur Armee nach Italien geſchickt. 1742 ward er bei dem Angriff auf Chateau⸗Dauphin, wo er einigen Ruhm erlangte, verwundet. Bald erblickte man ihn als Gouverneur des Elſaſſes, hierauf als Kommandant der Bretagne; welches man weniger ſeinen Kriegs⸗ dienſten, als der Hofgunſt, zuſchrieb. Der Schutz des Dauphin, des Sohns Ludwigs XV., erlaubte ihm, ſich ſtandhaft dem erſten Miniſter, Herzog von Choiſeul, zu widerſetzen. Als gewiſſe Geld⸗ edicte den Widerſtand des Parlaments von Bretagne bewirkt hat⸗ ten, erregte die außerordentliche Strenge des Herzogs von Aiguil⸗ lon die Geiſter noch mehr. Als er 1758 die Engländer, welche eine Landung wagten, geſchlagen und vertrieben hatte, bemühten ſich die Bretagner, die ihn gleichwohl ſehr gut unterſtützten, ihm ſein Theil Ehre an dem Erfolg zu nehmen, und beſchuldigten ihn, ſich während des Treffens in einer Mühle verborgen zu haben. Der General⸗Prokurator la Chalotais erlaubte ſich die bitterſten

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