Affry. Agar. 59
zu müſſen, dem der König am 19. den Befehl uͤber die vier Schwei⸗ zer Regimenter ertheilt hatte. Dieſer General verbot ihm und allen übrigen Offzieren, im Schloſſe zu erſcheinen, und wirklich kam auch keiner dahin. Die vier Regimenter gingen ab, um in ihr Land zurückzukehren, und Karl von Affry mit ihnen. Wäh⸗ rend den 100 Tagen kommandirte er bei Baſel eine Diviſion der Schweizer Bundesarmee, drang mit derſelben in Frankreich ein⸗ und beſetzte Pontarlier. Er war nicht mehr im Dienſte Frankreichs. Der Kaiſer von Oeſterreich gab ihm das kleine St. Leopoldskreuz, und Ludwig XVIII. ernannte ihn darauf zum Marechal⸗de⸗Camp und Obriſten eines der zwei Garde⸗Regimenter. Er ſtarb 1818 in der Schweiz, während er auf Urlaub war.—
Agar(Johann Anton Michael), Graf von Mos⸗ burg, geb. in dem Departement vom Lot(im ſüdl. Frankreich), 1771, Advokat und Profeſſor zu Cahors, folgte 1801 der Glücks⸗ bahn ſeines Landsmannes, des Generals Murat, und begab ſich zu der Armee, welche dieſer im Toskaniſchen kommandirte. Man be⸗ auftragte ihn mit einer Sendung in Betreff der Organiſation die⸗ ſes Großherzogthums, welches der erſte Konſul Bonaparte zum Kö⸗ nigreich für einen ſpaniſchen Prinzen des Hauſes Bourbon um⸗ ſchuf*). Agar ward kurz nachher in Geſchäften der Conſulta in Lyon ſowohl, als in Mailand, angeſtellt. Er wurde 1802 Präſi⸗ dent des Oberraths ſeines Departements, und 1804 Mitglied des geſetzgebenden Corps. Im folgenden Jahr lud Murat, der Prinz geworden war, Agar ein, ihn auf dem glänzenden Feld⸗ zuge gegen Oeſterreich zu begleiten. Man kann ſich eine Bemer⸗ kung, die jenen Zeitpunkt charakteriſirt, nicht verſagen. Agar glaubte, auf ſeine Vollmacht als Deputirter Verzicht leiſten, und den General im Koſtüm eines Geſetzgebers begleiten zu können. Als Joachim Murat zum Großherzog von Berg und Cleve ernannt war, vertraute er ihm die Verwaltung dieſer Staaten an, und wollte ihn ſelbſt ſeiner Familie nahe bringen, indem er eine ſeiner Nichten mit ihm vermählte. Die Grafſchaft Mosburg wurde Agar zugleich als Lohn für ſeine Dienſte verliehn. Als Joachim den Thron von Reapel beſtieg, ward der Graf von Mosburg mit dem Finanz⸗ Miniſterium dieſes Königreichs beauftragt. Die Ereig⸗ niſſe d. J. 1814, welche den König von Neapel bewogen, ſich ge⸗
.») Nämlich für den Prinzen von Parma, welcher daſſelbe(und nach
2 deſſen Tod ſeine Gemahlin) unter dem Namen des Konigreichs He⸗ trurien regierte. G.


