64 Adolphus. Adomé. Adorus. Adriam.
den Mann, der, obſchon er durch ſeine Stellen und Meinungen
der Regierung angehört, doch kühn ſeine Stimme für die Unglück⸗ lichen, die von ihrer eignen Partei verlaſſen waren, erhob.
Adomé, Neger aus Cayenne, hatte ſich an die Spitze der Inſurrection geſtellt, welche in der Nacht vom 4.— 5. Februar
4794 ausbrechen ſollte, und in welcher die Neger vom Lande, ver⸗
eint mit denen in der Stadt, alle Weißen zu erwürgen beſtimmt waren. Mohrere ſalutirende Kanonenſchüſſe im Hafen ſollten das Signal zu dieſer Unternehmung geben. Aber die Verſchworenen hatten ſich verrechnet, und der Angriff, ſtatt allgemein zu ſeyn, geſchah nur auf einigen Punkten. Die Einwohner konnten nun noch zeitig zu den Waffen greifen und ſich wehren. Sie er⸗ fochten den Sieg. Adomé ward gefangen, entwaffnet, und er⸗ ſchoſſen.
Adorus(Don Antonio), Advokat zu Madrid, wo er geboren iſt, wurde von da(1792) verwieſen, weil er die Grund⸗ ſätze der franzöſiſchen Revolution in ſeinem Lande verbreiten wollte. Eine wahre oder vorgebliche Wiederkehr zu den Maximen der Monarchie bewirkte ſeine Zurückberufung; aber bald offen⸗ barte er von neuem ſeine liberalen Meinungen. Im J. 1811 wurde er zum Deputirten bei den Cortes ernannt, und ſprach ſich eben ſo kräftig gegen Napoleon aus, als er und ſeine Anhänger feſt verlangten, daß man Ferdinand VII. nicht als Staats⸗Ober⸗ haupt annehmen ſolle, ehe er der Konſtitution den Eid geleiſtet habe. Als Ferdinand in ſeine Staaten zurückkehrte, verſchwand Adorus, ohne daß man wußte, was aus ihm geworden war. Man behauptete, er wäre in dem Thurm von Segovia, eingeker⸗
kert. Wenn er wirklich ſeiner Freiheit beraubt ward, ſo mußte
er auch der Wohlthaten einer Revolution theilhaftig werden, welche jene Schlachtopfer für alle erlittene Verfolgungen auf ſo edle Weiſe entſchädigt hat.
Adriam(Narie), ein junges Mädchen aus Lyon, kaum 16 Jahre alt, zog, als dieſe Stadt 1793 von den Convents⸗Trup⸗ pen angegriffen und von ihren Einwohnern vertheidigt ward, Mannskleider an, und diente während der ganzen Belagerung als Kanonier. Ihr tapferes Betragen und ihre Ergebenheit wurde ſelbſt unter den Männern, die zu jener denkwürdigen Epoche da⸗ von die ausgezeichnetſten Proben gaben, bemerkt. Als ſie nach
der Belagerung verhaftet und zum Tode verurtheilt wurde, fragte einer der Richter:»„Wie? Sie konnten den Gefahren des Kriegs


