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L'Admiral. 61
fungen Robespierre's und Collot d'Herbois müde war, entſchloß ſich, dieſe beiden Deputirten zu opfern. Aber die Schwierigkeit, bis zu Robespierre zu gelangen, beſtimmte ihn, ſich nur an Collot d' Herbois zu halten. Er ſchoß nach dieſem, in der Nacht des 3. Prairial 2.(22. Mai 1794) zwei Piſtolen ab, welches großen Auf⸗ ſtand erregte. Sogleich verfolgte ihn die Wache und ein gewiſſer Schloſſer Geoffroi, welcher die Thüre des Zimmers, in das er ſich geflüchtet, einſtieß, und ihn feſthielt, nachdem jener ihn mit einem Schuß aus der letzten Piſtole, womit er bewaffnet war, verwundet hatte.— In dem Verhör erklärte l'Admiral, daß,„wenn ſein „Vorhaben, Robespierre und Collot d'Herbois zu ermorden, gelun⸗ „gen wäre, er die Republik würde gerettet und Frankreich befreit
»haben, und daß er der Gegenſtand der Bewunderung und des Be⸗
„dauerns aller Welt würde geworden ſeyn.“ Dieſer Anſchlag wurde als ein Beweis der von Agenten des Auslandes gegen die Republik und die Volks⸗Repräſentanten gerichteten Conſpiration dargeſtellt. Den 26. deſſelben Monats gab der National⸗Convent, auf den Vorſchlag des Elias Lacoſte, ein Dekret, welches dem Revolutions⸗ Tribunal auferlegte, l'Admiral ohne Aufſchub zu richten, ſo wie auch die Jungfrau Renaud, 20 Jahre alt(welche ſich einige Tage vorher zu Robespierre begab, nur allein, wie ſie ſagte, um einen Tyrannen zu ſehen,) und 52 andere Helfershelfer und Mitſchul⸗ dige dieſer angeblichen Verſchwörung, worunter ſich zwei von den drei Sombreuil, Hr. von Sartines, Frau von St. Amaranthe, und Mad. Despréménil, befanden, Perſonen, die alle einander fremd waren. Als Admiral ſo viele Unglückliche ſah, konnte er den Ausdruck ſeines lebhaften Schmerzes nicht zurückhalten.„Wie „viele brave Bürger, ſagte er, ſind wegen mir in Gefahr geſetzt! „Dies iſt das größte Leid, das mich treffen konnte.“ Er beſtand darauf, daß er keinen Mitſchuldigen habe, und daß von allen de⸗ nen, die man ihm geliehen, Niemand ihm bekannt ſey. Dreizehn Tage nach jenem Dekret wurde er zum Tode verurtheilt. Als ſein Urtheil ausgeſprochen ward, ſang er mit ſtarker Stimme den Wie⸗ derholungs⸗Vers eines berühmten Liedes:
Plutot la mort que l'esclavage!
C'est la dévise des Francais ⁵*).
*) Frangois de Reufchateau, der nachmalige Direktor und Miniſter, welcher durch mehrere Poeſieen, und namentlich auch durch eine Eviſtel an unſern Wieland, rühmlich bekannt iſt, dich⸗ tete dieſen ſchünen Freiheitsgeſang, der mit den Worten anfaͤngt:
Vei llons au salut de l'Empire, NVeillons au maintien de nos droits! etc- G.


