Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Achard. Acher. Ackermann.

ter und Offizier der Ehrenlegion ernannt. Im folgenden Jahr

gab ihm Napolepn ein Kommando in den Weſt⸗Departementen.

Achard(Franz Karl), ein berühmter preußiſcher Che⸗ miker, wahrſcheinlich franzöſiſchen Urſprungs, wurde 1783 oder 1754 zu Berlin geboren. Er iſt der erſte, welcher die köſtliche Entdeckung machte, aus Runkelrüben Zucker zu bereiten. Das fran⸗ zöſiſche Nationalinſtitut erkannte, daß der Erfinder der menſchli⸗ chen Geſellſchaft dadurch einen großen Dienſt geleiſtet habe, und ſprach den wahrhaft patriotiſchen Wunſch aus, daß die Franzo⸗ ſen, wegen des Verluſtes ihrer Kolonieen, dieſe neue Hülfsquelle benutzen möchten, anſtatt dem Auslande einen läſtigen Tribut zu entrichten. Im Jahr 1802 machte Achard die Berechnungen ſeiner ſeither im Großen geſchehenen Operationen in den Zeit⸗ ſchriften bekannt, und es ergab ſich, daß ſie Preußen eine Er⸗ ſparniß von 2 ½ Millionen Thalern jährlich verſchafften. Dies iſt der ſchönſte Ruhm des verdienſtvollen Chemikers. Unter ſeinen Schriften befinden ſich, außer der Anweiſung zur Verfertigung des rohen Zuckers, des Syrups und Brandweins aus Runkelrü⸗

ben, mehrere über Chymie, Experimental⸗Phyſik, Abhandlungen

über den Ackerbau ꝛc. Auch war er Mitarbeiter am technologi⸗ ſchen Wörterbuche.

Acher(Nikolaus), geb. in der Picardie 1727, war erſt

im Finanzfache, darauf als Richter beim königlichen Hofe zu

Amiens, und ſpäter zu Lyon, angeſtellt. Man beſitzt von ihm einen Auszug(Abrégé) von Plutarch's Leben berühmter Männer. Sein Sohn wurde 1815 vom König in der Stelle als Gerichts⸗ rath zu Lyon beſtätigt.

Ackermann(Johann Chriſtan Gottlieb), Profeſ⸗ ſor der Arzneiwiſſe enſchaft, geboren 1756 zu Zeulenroda, im Voigt⸗ lande. Sehr jung legte er ſich auf das Studium der Mediein, worin ihm ſein Vater die erſte Anleitung gab. Der junge Acker⸗ mann lieferte ſchon im Alter von 15 Jahren Proben ſeiner Ge⸗ ſchicklichkeit bei einer Epidemie, die in Ottendorf entſtand, von welcher er ſehr viele Menſchen rettete. Hierauf ging er, zur Vol⸗ lendung ſeiner Studien, nach Jena und Göttingen, an welchem letzteren Orte er unter dem berühmten Heyne*) ausgebreitete

*) Ein Leßrer der Arzneikunde dieſes Namens iſt mir nicht bekannt. Doch könnte auch hier der philologiſche und antiquariſche Unter⸗ richt des berühmten Profeſſors dieſer Wiſſenſchaften verſtanden ſeyn. G.