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Acerbi.
nach Deutſchland. Nachdem et dieſes Land beſucht, ging er nach Dänemark, und von da nach Schweden, wo er die letzten Monate des Jahrs 1798 verweilte. Talent für dasBeichnen, Geſchmack für Muſik, und vor allem die Aumuth ſeines Charakters, erwar⸗ ben ihm hier viele Freunde, von denen er treffliche Erläuterun⸗ gen über den damaligen Zuſtand der Sitten, Gebräuche, Wiſ⸗ ſenſchaften und Künſte in Schweden erhielt. Als er nach Finn⸗ land reiste, begegnete er zu Tornea dem ſchwediſchen Obriſten
Skioldebrand, einem ausgezeichneten Landſchaftsmahler. Sie
nahmen ſich vor, mit einander Lappland zu durchziehen, und, wenn es möglich wäre, bis zum Nordkap*) vorzudringen. Acerbi, begeiſtert von dem Verlangen, der erſte Italiener zu ſeyn, der eine ſo entfernte und ſo wenig zugängliche Stelle des Erdkreiſes beſuchte, trotzte mit Feuer allen Mühſeligkeiten und Beſchwer⸗ den, und gelangte im Juli 1799 zum Kap. Er kehrte auf dem nämlichen Wege zurück, begab ſich nach England, und 1802 er⸗ ſchien zu London ſeine Reiſe, durch Schweden, Finnland und Lappland, nach dem Nordkap, in den Jahren 1798 und 1799, mit dem Motto, das von einer Inſchrift ent⸗ lehnt war, die der Dichter Pegnard ſelbſt auf die Felſen Lapp⸗
lands ſchrieb:
„Sistimus hic tandem nobis ubi defuit orbis!“ (Endlich ſtehen wir hier auf dem Punkt, wo uns endet der Erdkreis.) Es ſind 2 Theile in Ato, mit einer Karte und 17 Kupfern. Die⸗ es Werk, das Acerbi ſeinem Vater widmete, enthält ſehr ein⸗ tsvolle Bemerkungen, durch welche man das Klima, den Bo⸗ den, das geſellſchaftliche Leben, die Wiſſenſchaften und Künſte,
in Schweden genau kennen lelut. Sehr gut gewürdigt iſt darin
die Zeichenkunſt, nach der öffentlichen Ausſtellung, die jährlich im Monat März in der Hauptſtadt geſchieht. Der Verfaſſer gibt intereſſante und umſtändliche Nachrichten über die wenig beſuchten Länder, welche er durchwanderte, und erzählt ſeine Reiſeaben⸗ theuer auf eine ſehr anſchauliche Art. Man wirft ihm vor, er habe mit wenig Schonung von den Nitgliedern der ſchwediſchen
Akademie geſprochen. Nicht günſtiger hat er die Geiſtlichkeit, den 9
Adel und die Univerſitäten behandelt, indein er dieſe drei Corpo⸗
*) Bekanntlich ein Vorgebirg, welches die nördlichſte Spitze von Norwegen(im Stifte Drontheim) bildet. Hievon nennen die Gronlanosfahrer die kleineren Wauſiſche Nordkapers. G.


