Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Aboville. 19

für die Sache der Inſurgenten nützlichen, Ereigniß. Im Jahr 4789 wurde er Marechal⸗de⸗Camp, erklärte ſich aber erſt 1794 für die Revolution. Als Ludwig XVI. nach Varennes reiste, proteſtirte d' Aboville bei der Nat. Verſammlung gegen ſeine bisherige Anhänglichkeit. 1792 kommandirte er als General⸗Lieu⸗ tenant die Artillerie der Nord⸗ und Ardennen⸗Armeen, und erließ 1793 eine heftige Proclamation gegen den Abfall Dumourier's. Spä⸗ terhin hatte er die Direction des Pariſer Arſenals, wurde nach dem 18. Brumaire erſter General⸗Inſpector der Artillerie, den 15. De⸗ cember 1802 Senator, kurz darauf Großoffizier der Ehrenlegion, und am 22. Mai 1804 mit der Senatorie von Beſancon begabt. Im Jahr 1805 befehligte er die Nationalgarden vom Doubs und den benachbarten Departementen*). 1809 wurde er Gouverneur von Breſt. Den 3. April 1814 befand ſich dieſer Graf zu Paris⸗ und ſandte den nämlichen Tag ſeine Beiſtimmung zu den für die Wiederherſtellung der alten Dynaſtie getroffenen Maßregeln ein. Zum Pair, und bald darauf zum Commandeur des St. Ludwigs⸗ ordens, erwählt, unterzeichnete er 1815 als Mitglied der väterli⸗ chen Genoſſenſchaft der Ludwigsritter eine die Ergebenheit für den König darlegende Schrift. Napoleon ernannte ihn zum Mitglied der von ihm neu organiſirten Pairskammer. D'Aboville nahm die Ernennung an, entſchuldigte ſich aber, daß er, ſeiner gebrech⸗ lichen Umſtände wegen, den Sitzungen nicht beiwohnen könnte. Er wurde hierauf vom König, als ein durch Bonaparte ernannter Pair, ausgeſchloſſen, aber durch eine Ordonnanz vom 14. Auguſt wieder auf die Liſte geſetzt. Er ſtarb 1819, und hinterließ zwei Söhne, wovon der eine ihm in der erblichen Pairswürde folgte. Das Inſtitut hat 1818 einer mechaniſchen Erfindung des Grafen v. Aboville ehrenvolle Meldung gethan, nämlich der gewölb⸗ ten Räder(roues à voussoir), deren Naben von Metall ſind,⸗ und deren ſich jetzo die ſchnellfahrenden Wägen(Véloci- fères) bedienen.

Aboville(Auguſtin Gabriel von), älteſter Sohn des vorigen, wurde zu La Foͤre, den 20. März 1773 geboren. Von 1789 an war er beigegebener Lieutenant der Artillerie(Officier

à la Suite), 1792 Kapitän, und wohnte als ſolcher deu erſten

*) D. h. von der ehemaligen Franche⸗Comté. In dem damals mit Oeſterreich entſtandenen Kriege wurden alle Eliten⸗Compag⸗ nieen, oder die Grenadiers und Jäͤger, der Nationalgarde in den Grenzdepartementen des Reichs, unter die Waffen gerufen: G.