Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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14 Abercromby.

in Militärdienſte mit ſeinen zwei Brüdern, deren einer in der Schlacht bei Bunkershill in Amerika getödtet ward. Anfäng⸗ lich war Sir Ralph Abercromby Kornet unter der Leib⸗ garde, wurde aber ſchnell nach einander Lieutenant, Rittmei⸗ ſter, Obriſtlieutenant, General⸗Major, und 1788. Chef des 7. Dragonerregiments. Als der franzöſiſche Revolutionskrieg begann, ſtand er bei der engliſchen Landarmee, wohnte den blutigen Gefechten bei Famars, Dünkirchen und Chateau⸗ Cambreſis bei, nahm das Fort St. André an der Maas wie⸗ der, und leitete einen der Hauptangriffe gegen Valenciennes. Im Jahr 1794. kommandirte er die Avant⸗Garde der engli⸗ ſchen Armee, und zeigte bei dem kläglichen Zuſtand, in dem ſich damals ſeine Truppen befanden, eben ſo viel Geſchicklich⸗ keit, als Muth. Obſchon bei Nimwegen verwundet, führte er doch, im Anfang des Jahrs 1795., den beſchwerlichen Rück⸗ zug des Heers, welches von den franz. Truppen bedrängt war. Hierauf ging er als General⸗Lieutenant nach Irland. Die dortigen Unruhen machten ſeinen Poſten ſehr gefährlich. Es gelang ihm, das Volk gegen den Militär⸗Despotismus ſicher zu ſtellen; bald aber, als er bei der Verwaltung Hinderniſſe und Widerſetzlichkeiten fand, welche die Indisciplin der Trup⸗ pen und die Wuth der Parteien noch vermehrten, verließ er dieſes Kommando im Jahr 1799., und ſtellte ſich an die Spitze der von dem Herzoge v. York gegen Holland gerichteten Unter⸗ nehmung. Abercromby ließ einen Aufruf an die Anhänger der Statthalterſchaft ergehen, der ohne Erfolg blieb, weil⸗ ſagen einige, die Wiederherſtellung dieſer Regierung nicht deutlich darin ausgeſprochen war, oder weil, nach andern, die Grundſätze der Freiheit Holland ſchon gewonnen hatten. Wie dem auch ſey, dieſe unglückliche Expedition brachte keinen Ta⸗ del auf Abercromby, und ſchmälerte nicht ſeinen kriegeri⸗ ſchen Ruf. Er ſelbſt hatte ſich muthvoll geſchlagen, und das Corps unter ſeinen Befehlen hatte, nachdem es Horn genom⸗ men, allein das Schlachtfeld behauptet, auf dem die Ruſſen nicht bleiben wollten. Mehrere Pferde wurden unter ihm ge⸗ tödtet. Man warf lange dem Herzog von York vor, daß er den Rath dieſes Generals nicht befolgt habe. Abercromby ging nun auf einige Zeit nach England, und bald wurde er beauftragt, die Unternehmung gegen Aegypten zu kommandiren⸗