8 Abbatucci.
gelangt, bemächtigte er ſich der Städte Freiburg, Donaueſchin⸗ gen, Stockach und Memmingen. Als man am 27. Juni über den Lech geht, reißt der Wildſtrom ganze Compagnien mit ſich fort; die Kolonnen verweigern, vorzurücken; da ſtürzen ſich
Abbatuccei, Montrichard, Caſſagne und Savary in den Strom;
ihr Beiſpiel entflammt die Kolonnen; ſie ſetzen ſich in Marſch, ringen in geſchloſſener Maſſe wider die Gewalt der Wogen, und kommen über den Lech. Abbatucci eilt ſchwimmend den Fluß herab, und rettet mehrere Soldaten, die dem reiſ⸗ ſenden Strome nicht widerſtehen können. In Rom hätte man ihm die Bürgerkrone verliehen. Am nämlichen Tage ſchneidet er zweimal dem Feinde den Rückzug ab, und nimmt ihm einen großen Theil ſeiner Artillerie. Immer mit Moreau verbunden, folgte er dieſem General bei ſeinem geſchickten Rückzuge, kam im Jahr 5. wieder auf das Gebiet der Republik, ward Divi⸗ ſtonsgeneral, und erhielt den Befehl über die Feſtung Hü⸗ ningen und die Vertheidigung ihres Brückenkopfs. In der Nacht vom 1. zum 2. December 1796, griffen die Oeſterreicher dieſen Poſten an. Schon hatten ſie ſich des Hornwerks bemei⸗ ſtert. Abbatucci macht einen Ausfall an der Spitze ſeiner Grenadiere, vertreibt den Feind nach hartnäckigem Kampf, nimmt Mehrere gefangen, und bedeckt ſich mit Ruhm. Er befand ſich auf der großen Inſel, welche der Stadt gegenüber liegt, als ihn eine Flintenkugel in die Seite traf. Wenige Tage darauf verſchied er, 26 Jahre alt. Sein letzter Ruf war: Für das Vaterland! Und dies war der Wahl⸗ ſpruch ſeines ganzen Lebens. Der Platz, den er vertheidigte, ergab ſich, und Frankreich beklagte Abbatucci als einen der geſchickteſten Feldherren und einen der beſten Bürger, die es verherrlichten. Mehrere Baſeler Offiziere, welche beſchul⸗ digt waren, den Marſch und Angriff der öſterreichiſchen Trup⸗ pen begünſtigt zu haben, wurden durch die franzöſiſche Regie⸗ rung verfolgt, und die Miniſter Bacher und Mengaud trugen auf ihre Beſtrafung an. Moreau ließ im J. 1803. dem Hel⸗ den Abbatucei ein Denkmal im einfachen und edlen Styl bei der Stadt Hüningen, die Zeuge ſeiner letzten Thaten und ſeines Todes war, errichten. Als man 1815. die dortigen Feſtungswerke ſchleifte, wurde auch dieſes Denkmal zerſtört; aber die Großthaten des Braven, dem zu Ehren es gebaut


