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mando der Inſel geſtritten, begnügte ſich Abbatucci mit dem zweiten Rang, begleitete ſeinen Rivalen während des gan⸗ zen Kriegs wider die Genueſer, und trennte ſich erſt dann von ihm, als derſelbe ſich einſchiffte, um Korſika zu verlaſſen. Die Franzoſen waren in dieſe Inſel eingedrungen; Abba⸗ tucci war der letzte Befehlshaber, der ſich Frankreich unter⸗ warf. Dies geſchah aber frei und offen. Jetzt folgten ihm auch ſeine zahlreichen Anhänger. Die franzöſiſche Regierung wußte ſein Betragen zu ſchätzen. Als man das Regiment der Provinz Korſika*) errichtete, ward er zum Oberſt⸗Lieutenant bei demſelben ernannt. Seine Grundſätze für Unabhängigkeit und ſein Patriotismus verfeindeten ihn mit dem Grafen von Marboeuf, Gouverneur der Inſel. Dieſer, durch ſeinen Wi⸗ derſtand aufgebracht, ließ ihn in einen Kriminal⸗Proceß ver⸗ wickeln, und er ward zu einer ſchimpflichen Strafe verurtheilt. Die Stände der Inſel, deren Mitglied Abbatucei war, vereinigten ſich, und nahmen lebhaften Antheil an ſeinem Un⸗ fall. Die ganze Inſel legte Trauer an, als das Urtheil be⸗ kannt wurde. Abbatucci mandte ſich an das Geheime⸗ Rathskollegium. Er wurde an das Parlement der Provence verwieſen, das ihn völlig losſprach. Ludwig XVI. ſetzte ihn wieder in ſeinen Grad ein, und ernannte ihn zum St. Lud⸗ wigsritter. Im Jahr 1790. ward er Marechal⸗ de⸗Camp. Als die Engländer 1793. Korſika anfielen, ſtellte ſich Abba⸗ tucci an die Spitze einer großen Anzahl Einwohner des De⸗ partements vom Liamone, gegen Paoli und ſeine Anhänger, die ſich für England erklärt hatten. Nach der Einnahme Toulons hoffte er auf keine Hülfe mehr, und floh mit zweien ſeiner Kinder und ſeinen Freunden nach Calvi. Während der Belagerung dieſer Stadt befehligte er darin unter dem Divi⸗ ſions⸗General Caſabianca. Nach der Uebergabe des Platzes kam er nach Frankreich zurück, und wurde zum Diviſions⸗Ge⸗ neral ernannt. Seine körperlichen Gebrechen erlaubten ihm nicht mehr, zu dienen. Er blieb zu Marſeille, bis die Eng⸗
*) Wahrſceinlich entſtand aus demſelben die nachmals be⸗ rühmte korſiſche Legion, welche der durch mehrere geiſtreiche Schriften und namentlich durch ſeine militäriſche Reiſe nach Deutſchland und Preußen bekannte und von Friedrich II. geſchaͤtzte Ohriſt Guibert kommandirte. G.


