Einleitung des Originals. xv
Hand des Henkers zu fallen, ſich ſelbſt zu dieſer That, und be⸗ wahrten ſich wenigſtens den Muth der Aufopferung. Alle der⸗ gleichen ungluͤckſelige Beruͤhmtheiten gehoͤren nur jenen ſeltenen und ungewoͤhnlichen Zeiten an, worin die Aechtung das Ele⸗ ment der Tyrannei wird, worin, um mit Erfolg gegen das Verbrechen zu kaͤmpfen, die Tugend gezwungen werden kann, ihm zu gleichen, ja das Verbrechen ſelbſt, wenn das geſehliche Recht ferne iſt, ſich auf die Stufe der Schlachtopfer zu erheben vermag.
Die religioͤſen Mordthaten, die an den Albigenſern, in den Cevennen, und auf St. Bartholomaͤus, veruͤbt wurden, ſind durch die Niedermetzelungen in Lyon, Toulon, Nantes und Paris auf ſchauderhafte Weiſe dem Andenken erneuert. Dieſe Verbrechen verſchiedener Zeiten und Leidenſchaften vermiſchen ſich durch das Grauſeu, welches ſie Frankreich einfioͤßen.
Die Natur hat Geheimniſſe in ihren Unfaͤllen. Nach man⸗ chen Erderſchuͤtterungen ſah man kriechende Ungeheuer ploͤtzlich an Orten erſcheinen, wo ihre Gattung unbekaunt war, und wieder verſchwinden, nachdem ſie Tod und Schrecken in die Felder getragen. Die buͤrgerliche Geſellſchaft zeigt aͤhnliche Phaͤ⸗ nomene, und verdammt die abgeſonderten Ungehener, welche Verheerung in ihren Schoos trugen, zu einer entehrenden Be⸗ ruͤhmtheit. Man hatte ſie niemals geſehen, noch gehoͤrt; man hat ſie nur gekannt, um ſie zu verabſcheuen und zu zerſtoͤren. Sie ſchienen keine andere Beſtimmung zu haben, als den Mord eines Menſchen. War dieſer begangen, ſo war der Bernf ihres Lebens erfuͤllt; ja ſie wagten das Verlangen, ihr Schlachtopfer nicht zu uͤberleben, als muͤßten ſie zugleich Moͤrder und Selbſt⸗ moͤrder ſeyn. So richtet ſie das Volk, deſſen Ruhe ſie ploͤtzlich geſtoͤrt, und das ihnen fremd bleiben will.
Indem wir die Biographie der Zeitgenoſfen unferer Revo⸗ lution darlegen, haben wir nicht den Zweck, unſerem Zeitalter ein Denkmal zu errichten, ſondern Materialien zu bereiten, deren ſich ein kuͤnftiger Geſchichtſchreiber bedienen kann. Die Biogra⸗ phie der, ſowohl geſtorbenen, als noch lebenden, Menſchen die⸗ ſer großen Periode ſchien uns zur Darſtellung ihrer Begebenbeiten unumgaͤnglich noͤthig. Letztere zu ſchildern unternimmt vielleicht in einem anderen Zeitalter eine geſchicktere Feder. Dieſe, alle
nach der Natur gezeichneten, Bildniſſe werden durch die Wahr⸗


