—y—
XII Einleitung des Originals. Maſſena auf gleiche Stufe ſtellt, erwacht jeden Tag von neuem durch die beredten Schriften und edeln Meinungen einer großen Zahl ausgezeichneter Krieger, die ſich mit eben ſo vieler Waͤrme dem buͤrgerlichen, als ſonſt dem militaͤriſchen Ruhme, weihen. Sie finden alſo die Lorbeern des Friedens der Haͤnde, welche ſo oft die Lorbeern des Krieges brachen, nicht unwuͤrdig. Gluͤck⸗ liche und denkwuͤrdige Epoche der Freiheit Frankreichs, in der die Eroberer ſo vieler Lande nun blos ihre Vertheidiger ſind! Und wenn man von der edlen Bahn des buͤrgerlichen Muths ſich zu jener der Induſtrie, der Wiſſenſchaften, der Literatur, des Landbaus, wendet, welche Menge durch Waffenthaten, Civildienſte und Wuͤrden beruͤhmter Maͤnner erblickt man nicht, welche die freie Palme der ſchoͤnen Kunſt ſuchen, und durch wiſſenſchaftliches Streben die der Geſchichte entzogenen Jahre veredeln! Sie moͤgen nun dem Staate fortwaͤhrend gedient, oder in der Einſamkeit, oder ſelbſt in der Verbannung, gelebt haben, ſo ſcheint es, ſie haͤtten ſich vorbehalten, dem Vater⸗ kande den ruͤckſtaͤndigen Tribut vorhergehenden Ruhms zu ent⸗ richten, ihm Rechenſchaft zu geben uͤber die damals ſeinem Dienſt entwandte Muße, oder ihm mit dem ihrer Verborgenheit er⸗ laubten Troſte zu huldigen.
Aber was ewig denkwuͤrdig bleiben wird, iſt das Ra⸗ menverzeichniß ſo vieler ausgezeichneter Fremden, die waͤhrend der Dauer des Reichs ſich dem Ruhme deſſelben anſchloſſen. Wenn man dieſe herrlichen Namen in unſerer Tagsgeſchichte fin⸗ det, kann ein Franzoſe glauben, er habe ſein Jahrhundert oder ſein Vaterland veraͤndert. Ganz Europa ſteht, mit allem, was ihm theuer iſt, ſeit dreißig Jahren in unſern Annalen, ſey es nun durch ſeinen erſten Widerſtand, oder durch die Einver⸗ leibung eines Theils ſeines Gebiets, oder auch durch ſeine Be⸗ freiung. Keiner der beruͤhmten Maͤnner Europa's iſt uns ſeit 41789 fremd; ſie waren alle entweder betheiligte Zeugen, oder Mithandelnde bei dem, was die Erörterung und Feſtſetzung unſerer Verhaͤltniſſe mit demſelben, und den daraus entſprin⸗ genden Genuß, betraf. Sie ſind Zeitgeuoſſen unſerer Revolu⸗ tion; ſie theilten auch ihren verſchiedenen Gluͤckswechſel. Die Meinung, welche die Staatsmaͤnner, die Krieger, die Litera⸗ toren und Gelehrten aller Nationen denjenigen, deren Vater⸗
land zu ſeyn Frankreich ſich ruͤhmt, zur Seite ſtellt, kann man
in der gegenwaͤrtigen Epoche wuͤrdigen, und ſie muß auch dieſem Werke einiges Intereſſe mehr verlelhen.


