Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Einleitung des Originals. XI

Dieſe Maͤnner des Vaterlandes, welche ohne Zweifel ihre Brobachtungen noch fortſetzen, koͤnnten vielleicht erklaͤren, war⸗ um der militaͤriſche Adel ſich weniger gegen die Verkuͤndigungen der Freiheit auflehnte, als der Adel der Magiſtratur; warum die Namen La Fayette, Biron, Valence, Lameth, Latour⸗ Maubourg, Broglie, Grouchy, Ségur, Montesqulou, Cu⸗ ſtine, Dampierre, Dillon, Tilly, La Tour d'Auvergne, Or⸗ leans, ſich unter den erſten Thaten unſerer Waffen darſtellen, da jene der Molé, Séguier, d'Agueſſeau, Lamoiguon, Pas⸗ guter ꝛc. nur auf den Regiſtern der kaiſerlichen Wuͤrden er⸗ ſchienen.

Waͤhrend aber in allen Epochen der Republik und des Reichs der kriegeriſche Muth den Boden Frankreichs frei machte oder erweiterte, bewahrte eine patriotiſche Gewiſſenhaftigkeit fromm die Grundſaͤpe der erſten Freiheit, entwand ſie den Trlumvirn, dem Eroberer, oder vertheidigte ſie laut in den der Tyrannei entgangenen Ruhepunkten. Dieſer buͤrgerliche Muth, der im Sturme eines großen Schreckens und im Geraͤuſch eines großen Ruhms keinen Glanz, keine Stuͤtze, und oft keinen Zeugen, als ſich ſelbſt, hat, der immer ankaͤmpft, und oft un⸗ bekannt ſtirbt, der niemals trinmphirt, als am haͤuslichen Altar des Vaterlandes, und dem man nicht die Ehre des Pan⸗ theons bietet dieſer buͤrgerliche Muth, vielleicht der erſte von allen, well er ſelbſt ſein einziger Lohn iſt, hat noch keinen Geſchichtſchreiber, und immer beſcheiden, wenn er die Gefah⸗ ren, die ihn nicht niederſchlagen konnten, uͤberlebt, traͤgt er noch Bedenken, das Stillſchweigen ſeiner Zeitgenoſſen Undank⸗ barkeit zu nennen. Wenn aber die Waffen ruhen, wenn das Vaterland in ſeine Grenzen und die Freiheit in ihre Schranken zuruͤckgetreten ſind, bleibt jenem gaͤnzlich das Feld des Staates. Er iſt der einzige Bewahrer deſſelben in den Zirkeln, auf der Buͤhne, in der wiſſenſchaftlichen Bahn; er iſt ſein einziger Be⸗ ſchuͤtzer in den Magiſtraturen, ſein einziger Vertheidiger auf dem Rednerſtuhle. Dann iſt es aber auch die Pflicht der Buͤr⸗ ger, welche ihr Vaterland uͤber ſein Intereſſe und uͤber ſeine Erkenntlichkeit zu erlenchten berufen ſind, dem huͤrgerlichen Muth Jahrbuͤcher zu eroͤffnen, und auch ſeine Siege und Ero⸗

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berungen zu verkuͤnden.

Das Gefuͤhl dieſer wahrhaft nationalen Gerechtigkeit, welche ſchon laͤngſt Malesherbes und Mirabeau mit Kleber und