Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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Einleitung des Originals. VII

ſchritten verloren, und behanptet auf die Politik der beiden Welten immer den Einfluß, der das Intereſſe derſelben ſo oft umgeſtaltet oder modifizirt hat. Immer ſtellt ſie Rechte den Privilegien, die Vernunft den Vorurtheilen, aͤchte Wahrheiten eiteln Erinnerungen, und das Anſehn eines neuen Codex der veralteten Geſetzgebung, entgegen. Sie iſt wieder in ihre erſte Laufbahn getreten, wie ein eroberndes Volk in ſein Vaterland zuruͤckkehrt, und, endlich entſchieden, allen Glanz ihres Ur⸗ ſprungs aufrecht zu halten, hat ſie durch die repraͤſentative Regierung die Rechte der Voͤlker und die der Koͤnige geheiligt, indem ſie ſolche, im Namen der Freiheit der Welt, fuͤr unzer⸗ treunlich und unverletzlich erklaͤrte.

Alle dieſe Erſcheinungen unſerer Revolution geben der mo⸗ dernen Geſchichte einen ganz neuen Charakter. Unſere, ver⸗ gebens bekaͤmpfte, politiſche Reformation von 1789, welche noch neulich drei ſuͤdliche Voͤller Europa's annahmen, iſt die Zeit⸗Grundlage, der Scheidepunkt, das Vorbild der neuen Civiliſation in beiden Halbkugeln geworden.

Nein, Enropa konnte ſich unſerer Revolution nicht entzie⸗ hen. Seine Politik, Induſtrie, Kriegskunſt, Verwaltung, Sitten, alles bis auf ſeine Literatur, traͤgt das Gepraͤge die⸗ fer großen Veraͤnderung, die in der menſchlichen Geſellſchaft den naͤmlichen Platz behauptet und die naͤmliche Dauer zeigt, die uns eine Natur⸗Revolution in der Geſchichte der Erdumwand⸗ lungen und Klimate ſehen laͤßt. Auch die Menſchen, welche ſeit dieſer Zeitbeſtimmung des erneuten Europa's irgend einen Ruhm in ihrem Vaterland erlangt haben, bieten der Beobach⸗ zung Charaktere dar, die ſowohl von dem perſoͤnlichen Stande, in welchem ſie die Geſellſchaft vor 1789 bemerken konnte, als auch von den Menſchen, deren Gedaͤchtniß die vorhergehenden Epochen uͤberliefert, gäͤnzlich abweichen. Solche Modtſtkatio⸗ nen, eine ſolche Verſchiedenheit von ſich ſelbſt und andern, koͤn⸗ nen nur Zeitgenoſſen darſtellen, eine ſolche Eigenthuͤmlichkeit kann nur von Zeugen, welche ſie theilen, aufgefaßt werden.

Frankreich hat natuͤrlich den groͤßten Antheil an diefer Beobachtung, weit es die Epoche dieſer Wiedergeburt ſchuß Die erſten Jahre der Revolution ließen eine Menge Phaͤnomene jeder Art erſcheinen, und offenbarten ſchöͤne Geheimniſſe der menſchlichen Ratur, die man bis dahin nicht kannte. Frank⸗