Teil eines Werkes 
1. Bd. (1821) Neue Biographie der Zeitgenossen, oder historisch-pragmatische Darstellung des Lebens aller derjenigen, die seit dem Anfange der französischen Revolution durch ihre Handlungen, Schriften, Irrthümer oder Verbrechen, sowohl in Frankreich, als im Auslande, Berühmtheit erlangt haben. 1. Bd.
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De franzoͤſtſche Revolution iſt die groͤßte Epoche unſerer Ge⸗ ſchichte, und vielleicht der Geſchichte Europa's. Sie hatte anfaͤnglich, im Namen der Menſchenrechte, Koͤnige und Voͤlker in die Waagſchale geſtellt. Sie wollte die erſteren entthronen,

um den letzteren, im Namen einer eiferſuchtigen und unerbitt⸗

nichen Republik, alle Herrſchaft zu verleihen. Zehn Jahre dar⸗ auf glaubte ſie, in der von ihr geaͤchteten Monarchie ein Aſyt zu finden; ſo ſehr hatten ſie die Ausſchweifungen der Freiheit erſchreckt.

Plötzlich verwandelt dieſe Revolution den Schild, auf wel⸗ chem der Ruhm eines großen Volks einen Mann, der aus deſſen Reihen hervorgegangen war, erhob, in einen erblichen Thron,

und funfzehn Jahre ſpaͤter iſt Frankreich, durch eine der maͤch⸗ tigſten Willenshandlungen des Geſchicks, beſtimmt, ſeinen Hel⸗

den geaͤchtet zu ſehen, und in ſeiner feindlich uͤberfallenen Hauptſtadt von Voͤlkern, die es ſo oft beſiegt hatte, Heſetze zu

empfangen. Nur unter dem Schirme der alten Dynaſtie konnte es jetzt einen Theil der Grenzen, welche ehemals die Unabhaͤn⸗ gigkeit vorgezeichnet und der Ruhm erobert hatte, erhalten. Immer aber bewahrte Frankreich, mitten unter ſo vielem Gluͤck und Ungluͤck, die Herrſchaft einer großen Bildung, und den Ruhm der Wiſfenſchaften und Kuͤnſte, welcher dem der Waffen wenigſtens gleich kommt.

Nachdem dreißig Jahre unter verſchiedenen Verfaſſungen und abwechſelndem Gluͤck voruͤbergegangen ſind, hat die franzoͤ⸗ ſiſche Revolution nichts von ihren Grundſaͤtzen und ihren Fort⸗