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ein weites, feines Wollengewand umſchloß in vielen Falten ihren ſchlanken Leib, und wenn ſie in der Abendkühle fröſtelte, warf ſie den weißen Burnus um, den ſie in Marſeille einem aus Oran⸗ zurück⸗ kehrenden Franzoſen abgekauft hatte. Niemand hätte in ihr die elegante und verwöhnte Gräfin wieder⸗ erkannt.
Die Fenſter ihres niedern Zimmers ſtanden offen, ſie lag in angenehmer Müdigkeit auf den Kiſſen des Divans und horchte mit wahrem Entzücken auf das myſtiſche Gemurmel der ewigen See. Ihre Gedanken kehrten zurück in die Kindheit, in Frank⸗ furts enge Gaſſen, in das heſchränkte Haus ihrer Mutter,— welch' ein Contraſt, ſie kam ſich vor, wie eine Königin,— nein, wie ein ſeliger Geiſt, befreit von jeder Erdenlaſt.
Die Dämmerung, die im Süden ſo ſchnell zur Dunkelheit wird, war eingetreten. Philipp war nach der Stadt, um einige Einkäufe zu beſorgen, die Frau, welche ihr einfaches Mahl bereitete, in das nächſte Dorf gegangen, um nach Mann und Kindern zu ſehen. Dina war ganz allein,— im


