268
Frau los, und mit dem Rufe:„Lori!“ blieb er blaß und erſchrocken ſtehen.
„Lori!“ rief Dina, die ſie jetzt erſt erkannte; „Lori!“ rief Marie und wurde eben ſo blaß, wie ihr junger Gatte.
„Ja, Lori!“ ſagte mit ihrer alten Kühnheit die Wienerin und trat zu Paul.
„Gott grüße Sie, alter Freund, wir ſind jetzt Beide verheirathet, Sie an eine ſchöne Frau und ich,“ ſetzte ſie leiſer hinzu,„an einen gutmüthigen Narren! Was kann ich dafür, er hat's nicht an⸗ ders gewollt! Seit zwei Jahren ſuchten er und ſeine Agenten, die er beſoldet, in allen Weltgegen⸗
den nach einer muſterhaften Frau, und da heirathet 2 er zuletzt mich! Iſt das nicht zum Todtlachen, Paul?“
Paul begriff nicht, daß er das Mädchen je ge⸗ liebt, ſo ſehr ſtieß ihn jetzt ihr burſchikoſes Weſen, das ihm doch früher gefallen hatte, ab. Er hatte ſeither, ein bildſamer Menſch, im Umgange mit Frauen von feineren Lebensformen einen ganz an⸗ dern Maßſtab anlegen gelernt.


