3 2
Künſtlers,— mit einem Worte: er ſchien einem jungen Manne anzugehören, der ſich mit etwas Anderem, als mit ſich ſelbſt beſchäftigte;— ließ man aber den Blick über ſeine Geſtalt und ihre überaus ſorgfältige Bekleidung ſtreifen, dann war man über⸗ zeugt, daß er nichts Beſſeres that, als die Anderen auch. Er war ſehr ſtark parfümirt und trug durch⸗ aus in ſeinem Anzuge die Eitelkeit eines Dandy's, wenn auch von beſſerem Geſchmack als der Wiener, zur Schau.
Er hörte mit offenbarer Theilnahme dem„Plau⸗ ſchen“ des Letztern, wie dieſer ſelbſt ſein Schwatzen nannte, zu, und ermunterte ihn von Zeit zu Zeit durch eine Frage, darin fortzufahren, während er ſchon ſeine zweite Cigarre aus dem chineſiſchen Etui hervorgeholt hatte, aber dem Champagner viel mäßiger als ſeine Gefährten zuſprach.
Der Wiener vollendete eben eine etwas ſtark aufgetragene Redoutengeſchichte, dann rief er aus: „Nun iſt es aber auch an den beiden Herren, Et⸗ was aus ihrer Lebenschronik preiszugeben. Meine Abenteuer kennen Sie beinahe alle; die Geliebten,
11


