Frauen und Opfer. 237
ſte den Schleier herabließ, denn ſie faßte nun den Plan, ſich dem Prinzen nicht zu erkennen zu geben. Sie rechnete dabei auf ſein Fieber, auf ein düſteres
Krankenzimmer und auf die Veränderung, welche die Jahre in ihrem Aeußern bewerſtelligt.
Der Arzt ging voraus, Agnes folgte mit den Kindern.
Auf einem blutigen Bette lag bleich mit halbge⸗ ſchloſſenen Augen Albert, halb angekleidet, mit Stie⸗ feln und Sporen, um die Bruſt weiße, blutbefleckte Tücher geſchlagen, die ſchönen blonden Locken zurück⸗ hängend, ein Bild des Todes.
Die Kinder ſchmiegten ſich bei ſeinem Anblick zitternd an die Mutter, welche die eignen Füße kaum zu tragen
vermochten— dies Bild ging über die Kräfte der Armen!
„Durchlaucht,“ ſagte leiſe der Arzt.
Albert ſchlug mit Anſtrengung die Augen auf, die eine Serunde auf der verſchleierten Frau an der Thüre haften blieben; dann machte er dem Arzt ein Zeichen, daß er reden ſolle.
Agnes flüſterte ihm zu, ſo leiſe, daß ihre Stimme nicht zu Albert dringen konnte:—„Sagen Sie dem Prinzen, die Schweſter des Fräuleins von Serenyi,
A als Gefan⸗ *
die ein Theil ſeiner Leute vor vier


