Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Frauen und Opfer. 23⁵

Ueberdem— trat ſie denn nicht vor Albert mit ihren beiden Kindern, nahm nicht deren Begleitung ihrem Kommen zu ihm jede falſche Deutung? Und

Wilhelm, konnte er ſie ſchelten, wenn er vernahm, daß

Eliſabeths Leben, die er ſelbſt ſo hoch unter den Frauen ſtellte, auf dem Spiele geweſen?

Je weiter ſte ihr Wagen trug, deſto mehr ver⸗ ſchwand jedes Bedenken der ſonſt ſo ängſtlichen Frau, und bald hatte ſie nur noch eine Sorge, die Sorge rechtzeitig einzutreffen; die Pferde ermatteten, ſie mußte unterwegs mehrere Mal in elenden ausgeplünderten Kneipen halbe Tage liegen bleiben— ſie hatte nur einen Troſt, die Kinder blieben wohl und munter, trotz dem, daß ſie für ihre Nahrung nichts vorfand, als Obſt und etwas Brod, was ſie eben von Peſth für ſie nütgenommen.

Unter hunderterlei Ungemach erreichte ſie am Abend des vierten Tages erſt Ketskemet, eine Strecke, die man ſonſt mit Leichtigkeit an einem Tage zurücklegt. Gleich am Thore fragte ihr Kutſcher nach dem Quar⸗ tier des Rittmeiſters Prinzen Waldheim. Ein Mann von der am Thore poſtirten Wache ging mit dem Wa⸗ gen und führte ihn vor eines der bokeausſehenden Häu⸗

ſer des Jahrmarktſtädtchens. 1 Als Agnes eine Ordonnanz dem Prinzen