Dieſe hohen öſtlichen Ufer bedeckte zur Zeit, wo wir ſie betreten, noch ein großer ſchöner Fichtenwald, der Hauptreichthum der ganzen Inſel; Berg und Thal wechſelt anmuthig darauf ab und bietet eine reiche Ausbeute für den Jagdliebhaber dar. Der entgegen⸗ geſetzte, nach Weſten gerichtete und ebenfalls bergige Theil war damals mit herrlichen Waldungen bedeckt,
in der Mitte zwiſchen beiden aber flacht ſich das Eiland allmälig ab und dehnt ſich in hügelartigen Getrei⸗ defeldern aus, die einen ziemlich reichlichen Ertrag liefern. In dieſem flachen Ackerlande liegt niedrig und unſcheinbar der Pulitzer Hof, wie faſt alle Höfe
der Inſel Rügen ein Viereck darſtellend, deſſen eine
Seite das Herrenhaus und die drei anderen Scheunen
und Ställe einnehmen. Um dieſes einſame Gehöft
herum, den einzigen bewohnten Ort der Inſel, ziehen ſich ſchmale und niedrige Wieſen bis zu dem gegen⸗ über liegenden Stedar'ſchen Haken hin, wo ſich das
Land ebenfalls zuſpitzt, gleichſam ſeinem Nachbar drü⸗
ben die vorgeſtreckten Lippen zum Kuſſe reichend.
In alter Zeit gehörte Pulitz dem Berger Kloſter,
ward aber ſpäter landesherrliche Domaine und 1623
on Norrmann auf Jarnitz verpfändet. Durch ver⸗ ſchiedene Hände gehend, bald verkauft, bald verpfän⸗
vom Herzog Philipp Julius an die Wittwe des Hern


